Spielbericht des HBW-Pressedienst

Auch gegen den HC Erlangen gab es nichts zu erben

Auch nach dem dritten Spiel im neuen Jahr stehen die Gallier mit leeren Händen da. In der Arena Nürnberger Versicherung haben sie gegen den HC Erlangen verdient mit 32:27 (17:13) verloren. Nach einer erschreckend schwachen ersten Halbzeit ist die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle zwar wie verwandelt aus der Kabine gekommen und hat sich mehrfach die Chance auf den Ausgleich erkämpft, den Turnaround hat sie aber nicht geschafft. Mit der vierten Niederlage in Folge sind die Gallier bis auf Platz 16 abgerutscht, weil zeitgleich der TBV Stuttgart in Melsungen gewonnen hat.

„Ich bin mit dem Spiel sehr unzufrieden, vor allem weil wir in der Anfangsphase nicht präsent waren“, war HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel in der abschließenden Pressekonferenz stink sauer. Mit der Anfangsphase meinte er vor allem, den Auftritt der Mannschaft bis zum 6:1. Unvorbereitete Würfe, Anspiele, die nicht ankamen und schlechtes Rückzugsverhalten führten dazu, dass Erlangen ein Musterstart auf die Platte legte und Jens Bürkle nach sechs Minuten bereits seine erste Auszeit verbraucht hatte. Die führte lediglich dazu, dass Vladan Lipovina die erste Zeitstrafe gegen Jonas Link zog, aber was die Balinger dann in der Überzahl spielte, war alles andere als souverän.

Nach dem Treffer von Jona Schoch zum 6:2 lief es dann etwas besser und nach dem 7:4 hatte man kurz das Gefühl, dass auch der letzte Gallier aus dem Bus ausgestiegen und gedanklich im Spiel angekommen ist. Torhüter Vladimir Božić kam besser ins Spiel, auch weil die Abwehr jetzt etwas besser stand, aber einfachste Fangfehler machten wieder alles zunichte und in der 18. Spielminute stand es wieder 11:7 – Erlangen hatte wieder alles unter Kontrolle. Nach dem 14:7 nach nur 20 Minuten, war das Spiel eigentlich bereits durch. Zu harmlos und statisch war der Balinger Angriff gegen eine zugegebenermaßen gut eingestellte Erlanger Abwehr und die Defensive ließ sich ein ums andere Mal düpieren.

Der 17:13-Halbzeitstand war für die Balinger ziemlich schmeichelhaft. Was sie dann aber zu Beginn der zweiten dreißig Minuten zeigten, war eigentlich das was man von Anfang an erwartet hat und bei einer Mannschaft, die von der Tabelle her auf Augenhöhe steht, auch erwarten darf. Božić, der in der Schlussphase der ersten Hälfte für den jungen Mario Ruminsky seinen Platz im Balinger Gehäuse räumen musste, krallte sich den ersten Erlanger Wurf und Oddur Grétarsson verkürzte per Tempogegenstoß auf 17:14. Sekunden später: Ballverlust der Hausherren, Tempogegenstoß und Marcel Niemeyer verwandelte zum 17:15. In der Abwehr kassierte er zwar unmittelbar danach eine Zwei-Minuten-Strafe, aber seine Mannschaft verkürzte nach einer weiteren Božić-Parade in Unterzahl auf 17:16. Dann sogar die Chance zum Ausgleich. Wieder war für Erlangen bei Vladimir Božić Endstation, aber Filip Taleski scheitert mit einem unnötigen Heber am Erlanger Pfosten.

Die Hausherren bissen sich nach diesem Geschenk wieder zurück ins Spiel. So dominant wie zu Beginn waren sie aber nicht mehr. Beim ein oder anderen zitterte das Handgelenkt, aber auch die Gallier ließen in der Folge die notwendige Konsequenz vermissen. Trotzdem haben sie einer weitere Zeitstrafe gegen Vladan Lipovina unbeschadet überstanden. Sie konnten sogar auf 19:18 verkürzen und hatten nach einem technischen Fehler erneut die Chance auf den Ausgleich. Jona Schoch scheiterte allerdings am Erlanger Torhüter und kassierte im Gegenzug eine Zwei-Minuten-Strafe. Diese Überzahl konnte Erlangen mit 2:1 für sich entscheiden und ging mit 24:21 (48. Min.) durch Nicolai Link wieder mit drei Toren in Front. Der kassierte kurz darauf eine Zwei-Minuten-Strafe und seinen Mitspieler Nico Büdel erwischte es noch härter. Er traf Sekunden später Martin Strobel voll im Gesicht und bekam dafür die rote Karte. Ohne Strobel, der benommen raus musste, gelang den Gallier trotz doppelter Überzahl nur ein einziger Treffer.

Sieben Minuten vor Spielende, es stand 25:23, nahm Dr. Rolf Brack für den HC Erlangen eine Auszeit. Seine Mannschaft erhöhte auf 26:23 und als die Balinger im Angriff dann auch noch den Ball verdaddelten und per Tempogegenstoß das 26:23 kassierten, war das Spiel so gut wie entschieden. HBW-Coach Jens Bürkle versuchte noch zu retten, was nicht mehr zu retten war. Mit dem 7. Feldspieler ging er „All in“ und forderte seine Jungs auf, aus allen Rohren zu feuern, aber denen fehlte die Sicherheit der Hinspielrunde. Es gab zwar noch Gelegenheiten, das Ding nochmals aus dem Feuer zu reißen, aber es waren zu viele Fehler und so stand am Ende eine verdiente Niederlage und zu allem Übel in der Tabelle auch noch der unmittelbare Platz vor dem Abgrund.

Die Mannschaften

HCE Erlangen: Carsten Lichtlein, Nikolas Katsigiannis (TW); Johannes Sellin 8/1, Petter Overby 2, Michael Haaß, Sebastian Firnhaber 2, Sime Ivic 7, Nico Büdel 3, Christopher Bissel 6, Daniel Mosindi 1, Martin Murawski, Jan Schäffer, Antonio Metzner, Nikolai Link 2, Quentin Minel, Florian von Gruchalla 1/1;

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Vladimir Božić (TW); René Zobel, Marcel Niemeyer 3, Vladan Lipovina 3, Romas Kirveliavičius, Filip Taleski 1, Jannik Hausmann, Gregor Thomann 2, Tim Nothdurft, Benjamin Meschke 1, Oddur Grétarsson 9/3, Martin Strobel 3, Jona Schoch 5, Lukas Saueressig, Moritz Strosack;

Strafwürfe

HCE 4/2, HBW 3/3 

Zeitstrafen

HCE 3, HBW 6;

Nächstes Spiel

HBW Balingen-Weilstetten – THW Kiel, Donnerstag, 19. Februar, 19 Uhr, SparkassenArena in Balingen.

Stumpp Sparkasse DAK Bizerba Becker Blickle Holcim LS Medcap Kempa
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