Spielbericht des HBW-Pressedienstes

In Halbzeit zwei das Spiel mit 22 Treffern gedreht

Nach einem packenden und hochdramatischen Fight kann der HBW Balingen-Weilstetten zum zweiten Mal in Folge mit zwei Punkten im Gepäck die Heimreise antreten. Die Gallier haben das Spiel, das eigentlich schon verloren schien, in der zweiten Hälfte gedreht und am Ende hochverdient mit 32:34 (16:12) gewonnen. Mit 4:12 Punkte haben die Schwaben zum ersten Mal in der Saison die Abstiegsränge der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga verlassen und stehen vorübergehend auf dem 16. Tabellenplatz.

„Wenn wir eine gute „Abwehr + Torhüter-Performance“ hinbekommen, haben wir gegen viele Mannschaften eine Chance“, orakelte HBW-Coach Jens Bürkle in der der Erlanger Hallenzeitschrift und seine Jungs haben sie hinbekommen – und wie! 15 Paraden gehen wieder auf das Konto des Balinger Torhüters Mike Jensen, was zwar „nur“ einem Wert von etwas mehr als 33 Prozent entspricht, aber er hat vor allem die wichtigen Bälle gehalten. Im ersten Durchgang, als es bei seiner Mannschaft noch nicht so richtig lief, hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass Erlangen sich nicht absetzen konnte.

Die Gallier starteten zwar recht passabel und konnten in den ersten zehn Minuten mehrfach mit einem Treffer vorlegen, aber Erlangen glich immer wieder aus. Nach Ballgewinnen drückten die Schwaben bei den Franken mächtig aufs Tempo, aber der Rückzug des HCE war exzellent. Ab der zehnten Spielminute streuten die Balinger, dem hohen Tempo geschuldet, zu viele Fehlversuche in ihre Angriffe ein und die Gastgeber zeigten sich konsequent. Nach einem Fehlwurf von „Luki“ Saueressig und einem Lattenkracher von Vladan Lipovina stand es 6:4 für Erlangen und hätte Teufelskerl Jensen nicht zwei, drei Mal großartig pariert, hätte sich der Abstand deutlich vergrößert. Ab der zwanzigsten Minute schickten die beiden Unparteiischen immer wieder einen der Balinger für zwei Minuten auf die Bank. Erlangen ließ sich im Stile einer routinierten Mannschaft nicht lange bitten und erhöhte den Vorsprung zur Halbzeitpause auf 16:12.

Zu Beginn der zweiten Hälfte, der HBW war auf Grund einer Zeitstrafe aus der ersten Halbzeit noch in Unterzahl, sah es so aus, als ob der Favorit das Spiel frühzeitig für sich entscheiden kann. Zwei schnelle Treffer schienen für klare Verhältnisse zu Gunsten der Erlanger zu sorgen. Beim Stande von 18:12 war an einen zweiten Auswärtserfolg der Gallier eigentlich nicht mehr zu denken. Vielmehr schien es nur noch darum zu gehen, nicht völlig unter die Räder zu kommen und dagegen wehrten sich Jona Schoch und Co. mit allem was sie hatten. Fabian Wiederstein verkürzte noch in Unterzahl auf 18:13 und nach einer weiteren Parade von Torhüter Jensen nagelte Vladan Lipovina den Ball zum 18:14 in die Erlanger Maschen.

Ab der 34. Spielminute schlug dann die Zeit von Linksaußen Oddur Grétarsson. Vier Treffer des Isländers und einer von Lipovina zwangen HCE-Coach Michael Haaß beim Stande von 20:19 zur Auszeit. Mit einer ganz starken kämpferischen Leistung hatten sich die Schwaben wieder ins Spiel zurückgekämpft und Haaß sah Handlungsbedarf. Außer, dass es seine Mannschaft immer wieder schaffte Zeitstrafen gegen den HBW zu ziehen, kam aber nicht viel dabei raus. Die Balinger stellten sich mit breiter Brust dem Favoriten entgegen und hatten in der 44. Minute beim 24:24 wieder den Gleichstand erreicht. Die Partie wurde immer spannender und dramatischer. Erlangen legte vor und der HBW zog nach.

Nach einem, wieder mal in Unterzahl, gehaltenen Strafwurf von Mike Jensen kippte das Spiel mehr und mehr in Richtung Balingen. „Manni“ Niemeyer erzielte in der 50. Minute den Führungstreffer zum 27:28. Nach einer weiteren Parade von Jensen legte Grétarsson per Strafwurf das 28:30 nach und „Luki“ Saueressig erhöhte gar auf 28:31. Nach einem weiteren, etwas glücklichen Treffer des Balinger Spielmachers zum 29:32, stellte Erlangen seine Abwehr um. Die 5/1- und später 4/2-Formation stiftete zwar etwas Unruhe im Balinger Angriff, aber die Gallier hatten ja einen Mike Jensen im Tor, der ihnen den Vorsprung festhielt.

Obwohl die Jungs von Trainer Jens Bürkle in der Schlussphase zwei Möglichkeiten ausließen, mit einem Vier-Tore-Vorsprung den Deckel auf die Partie zu machen, konnten sie nach dem Schlusspfiff einen hochverdienten 32:24-Auswärtserfolg bejubeln.

Die Mannschaften

HC Erlangen: Martin Ziemer, Klemen Ferlin, Janis Boieck (TW); Johannes Sellin, Max Jaeger 1, Steffen Fäth, Benedikt Kellner, Sebastian Firnhaber 7, Sime Ivic 7/4, Nico Büdel 1, Christopher Bissel 3, Jan Schäffer, Antonio Metzner 5, Nikolai Link 1, Simon Jeppsson 2, Hampus Olsson 5;

HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Mike Jensen (TW); René Zobel, Marcel Niemeyer 2, Vladan Lipovina 9, Romas Kirveliavičius 2, Jan Bitzer, Gregor Thomann, Tim Nothdurft 2, Fabian Wiederstein 1, Oddur Grétarsson 9/3, Niklas Diebel 1, Jona Schoch 1, Lukas Saueressig 4, Tobias Heinzelmann, Moritz Strosack 1;

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