Vorbericht des HBW-Pressedienstes

Bei den übermächtigen Löwen sind die Schwaben krasse Außenseiter

Dem HBW Balingen+Weilstetten blieb nach der Heimniederlage gegen die MT Melsungen nur wenig Zeit, sich über die Gründe der Niederlage den Kopf zu zerbrechen. Nur einen einzigen Tag hatte Trainer Dr. Rolf Brack Zeit, das Heimspiel auf zu arbeiten und seine Jungs auf die nächste Partie vorzubereiten. Bereits am Dienstagabend, um 20.15 Uhr, treffen die Schwaben in der SAP-Arena in Mannheim auf die Rhein-Neckar-Löwen. Die Partie steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Nils Blümel und Jörg Loppaschewski aus dem DHB-Anschlusskader.

Allein für die Aufarbeitung der Heimniederlage hätte Balingens Trainer sicher mehr Zeit benötigt, als für die Vorbereitung auf das nächste Spiel, denn in der Partie gegen die Nordhessen hat fast gar nichts gepasst. Egal in welcher Abwehrform der Stuttgarter Sportprofessor in Diensten des HBW auch verteidigen ließ, die Melsunger Angreifer waren immer einen Tick schneller und kamen viel zu oft zu freien Würfen. Konnten die Balinger dann doch einmal einen Ball erobern und einen Tempogegenstoß Richtung Melsunger Tor laufen, blieben sie in fast allen Fällen an Torhüter Mario Kelentric hängen. Allein im ersten Durchgang brachte er es auf elf Paraden. Trotzdem blieben die Hausherren in den ersten dreißig Minuten auf Tuchfühlung mit den Gästen und beim Stande von 13:15 wäre eigentlich noch alles möglich gewesen. Allerdings passierte vier Sekunden vor der Halbzeitpause ein verhängnisvoller Fehler.

Rolf Brack wollte mit einem letzten Angriff unbedingt noch einen Treffer erzielen und probierte es nach einer Auszeit mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torhüter. Trotzdem hätten nur sechs Spieler auf dem Parkett sein dürfen, weil Vlatko Mitkov unmittelbar zuvor eine Strafzeit bekommen hatte. Es gingen jedoch sieben aufs Feld. Aus diesem Grund mussten die Schwaben eine weitere Strafzeit wegen einem Wechselfehler hinnehmen und in doppelter Unterzahl warfen die Nordhessen den entscheidenden Vier-Tore-Vorsprung heraus. In anderen Spielen wäre das kein Problem gewesen, denn mit ihrem Kampfgeist und ihrer Moral sind die Schwaben grundsätzlich in der Lage, vor heimischem Publikum einen solch Rückstand wieder wett zu machen. Nicht so am Sonntagabend. Man hatte das Gefühl, dass sich die Hausherren, zumindest teilweise, frühzeitig in ihr Schicksal ergeben hatten. Einzig Neuzugang Alexander Oelze stellte unter Beweis, dass er eine echte Verstärkung für die HBW-Mannschaft ist. Zwölf Treffer, davon sieben sicher verwandelte Strafwürfe und zahlreiche, sehenswerte Anspiele, waren mehr als eine Empfehlung an die Schwaben, den 26-Jährigen auch über die Saison hinaus zu verpflichten.

Die Rhein-Neckar-Löwen waren am Sonntagnachmittag ebenfalls im Einsatz. Allerdings mussten sie beim ungarischen Meister MKB Veszprém KC in der Champions League antreten. Die Badener mussten mit 30:34 ihre erste Niederlage hinnehmen. Das Weiterkommen für die Löwen ist deshalb zwar nicht gefährdet, aber die Chancen als Gruppenerster auf einen leichteren Gegner zu treffen sind nur noch rein theoretische Natur. In der Bundesligatabelle steht die Mannschaft derzeit auf dem sechsten Tabellenrang und musste zuletzt beim HSV Hamburg mit 37:26 eine derbe Niederlage hinnehmen. Auch die beiden Spiele davor gingen für die Mannschaft von Trainer Ola Lindgren verloren. Zu Hause gab es eine knappe Niederlage gegen den THW Kiel und davor hatten die Löwen bei der TuS N-Lübbecke das Nachsehen.

Dennoch oder gerade deshalb sind die Erfolgsaussichten für die Schwaben im Badischen äußerst gering. „Wir brauchen nicht darüber sprechen, wer in dieser Partie der Favorit ist. Wir hatten in den zurückliegenden Wochen viele harte Matches, aber wenn wir konzentriert in die Begegnung gehen und unsere Leistung abrufen, werden wir das Spiel gewinnen. Wir müssen jetzt ohnehin die nächsten Begegnungen erfolgreich gestalten und gegen Balingen wollen wir damit anfangen“, brachte es der ehemalige Göppinger und jetzige Löwen-Regisseur Nikola Manojlović nach dem Spiel in Veszprém auf den Punkt, was den HBW in der SAP-Arena erwartet.

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