Spielbericht von Handball-World

Die Schwaben konnten gegen den THW nur fünfzehn Minuten mithalten

Quelle: handball-world.com

Der nächste Schritt ist gemacht: Der THW Kiel hat die Aufgabe HBW Balingen-Weilstetten mit 32:21 (19:9) klar gelöst und kann sich nun auf das Meisterschaftsendspiel in Großwallstadt einstimmen. Eine Viertelstunde lang konnten die Gäste mitspielen, ehe der THW im Spiel angekommen war. Dann zog der THW davon, überrollte die sichtbar überforderten Balinger und konnte sich im zweiten Durchgang erlauben, Leistungsträger zu schonen, was phasenweise zu abenteuerlichen Aufstellungen führte. Der Sieg stand gleichwohl nicht in Frage, bis auf Börge Lund konnten sich alle Zebras in die Torschützenliste eintragen.

Gegen offensive Abwehr gute Lösungen gefunden

Die Frage, wie der THW Kiel nach den Kraftakten in der Champions League gegen Balingen auftreten wurde, beantworten die Zebras ganz schnell und ganz eindrucksvoll: Klein räumt ab, Omeyer pariert den Strafwurf von Benjamin Herth, Jicha aus der Distanz und Zeitz mit Auge auf Sprenger – es stand 3:0 und HBW hatte noch nicht stattgefunden. Danach aber spielte der THW in der letzten Aktion oftmals etwas allzu optimistisch, die kleinen Fehler nutzte HBW, um mitzuspielen. Temelkov konterte zum 3:2. Interessant war zu beobachten, dass beide Teams eine ähnliche Ausrichtung in der Deckung wählten, Kiel und Balingen agierten in einer 3:2:1 Defensive, in der die Gastgeber allerdings etwas schwere Beine zeigten und einige Male Probleme mit gutem Kleingruppenspiel der Balinger auf ihre Kreisläufer hatten. Die Außen, meist Ettwein von links, lösten oft an den Kreis auf, die taktischen Kniffe von Coach Rolf Brack verpufften aber zusehends, als sich Kiel steigerte.

"Siebter Feldspieler" bricht HBW-Moral das Genick

So konnte Lobedank nach einem Steal auf 5:4, Temelkov vom Kreis auf 7:6 verkürzen, dann stellte Alfred Gislason auf die defensivere 6:0 Deckung um und beendete damit das Kreisspiel der Gäste. Im Angriff bewegten sich die Zebras nun leichtfüßiger, hinzukamen einige Zeitstrafen gegen die Balinger, die nun immer wieder zu spät kamen. So erhöhte Marcus Ahlm in Überzahl auf 11:7, die feine Sperre von Börge Lund verwerte Daniel Narcisse zum 13:8. Auch Christian Zeitz war wieder Aktivposten, steckte viel ein, spielte aber wieder einmal effizient und mit guten Ideen. Nach seinem 14:9 versuchte Rolf Brack, die offensichtliche Chancenlosigkeit seiner Mannschaft im Spiel sechs gegen sechs aufzulösen und brachte Herth als siebten Feldspieler. Aber der THW war gut eingestellt, isolierte den Überzahlspieler und ließ Herth kontrolliert in die Wurffalle werfen – Resultat waren drei Treffer ins leere Tor hintereinander, am meisten bejubelt dabei: Der erste Saisontreffer von Torwart Thierry Omeyer.

Brave Balinger lassen Kieler Fan-Geschenke zu

Zur Pause waren die Kräfteverhältnisse geklärt, den Schlusspunkt setzte Narcisse auf Pass von Klein im Kempa zum 19:9. Im zweiten Durchgang begann Alfred Gislason dann früh mit dem Wechseln, gab vor allem Peter Gentzel Spielzeit. Schon am Ende der ersten Hälfte hatte Gentzel gleich wieder einen Strafwurf - diesmal von Temelkov - halten können. Der Schwede, der sein letztes Heimspiel in der Ostseehalle hatte, ließ zwischenzeitlich seinen Erben Andreas Palicka ran, ehe er dann für die letzten zehn Minuten noch einmal in den Kasten der Zebras zurückkehrte. Ebenso umjubelt wie die letzten Minuten von Gentzel war der Einsatz des ebenfalls Kiel verlassenden Igor Anic, der erneut sofort Akzente setze und reichlich Spielfreude versprühte.

Dank dem Kieler Kräfte schonen, respektables Endergebnis

Neben diesen Rochaden ergaben sich nun Aufstellungen, die am vorletzten Spieltag der Bundesliga in Kiel ganz sicher Premieren waren. Da griffen mal Palmarsson, Klein und Reichmann zusammen im Rückraum an, dann agierte Lund mit Palmarsson und Klein auf Rechtsaußen – Alfred Gislason dachte nur noch an den letzten Spieltag. Am Spielstand änderte das wenig, Balingen konnte nach dem 27:12 (Anic, 45.) Ergebniskosmetik betreiben, während beim THW am Ende vor allem Henrik Lundström vom Siebenmeterstrich für die Treffer sorgte. Das interessierte allerdings nur noch am Rande, die Fans in der Halle warteten auf die gewaltige Lightshow zur Verabschiedung der Spieler, die den THW verlassen, noch einmal Gelegenheit für Spieler, Fans und Offizielle, emotionalen Abschied zu nehmen. Der letzte Treffer in der Kieler „Sparkassenarena“ war dann mit Jens Bürkle einem Balinger vorbehalten. Dessen Treffer bescherte den Gästen gegen generöse Gastgeber noch ein halbwegs respektables Ergebnis, ehe auch Strobel, Herth und Co der Show am Spielende beiwohnten.

Die Mannschaften

THW Kiel: Thierry Omeyer 1, Andreas Palicka, Peter Gentzel(TW); Börge Lund, Henrik Lundström 5/3, Igor Anic 2, Christian Sprenger 2, Marcus Ahlm 4, Tobias Reichmann 1, Christian Zeitz 3, Aron Palmarsson 1, Daniel Narcisse 6, Dominik Klein 1, Filip Jicha 6/2,
HBW Balingen+Weilstetten: Ivan Zoubkoff, Nikola Marinovic(TW); Felix Lobedank 4, Benjamin Herth 7/3, Daniel Sauer, Rock Feliho 2, Dennis Wilke 1, Frank Ettwein, Vlatko Mitkov, Wolfgang Strobel 1, Vladimir Temelkov 3, Jens Bürkle 3, Philipp Müller, Sascha Ilitsch;

Strafwürfe

THW 5/5, HBW 5/3;

Zeitstrafen

THW 2, HBW 6;

letztes Saisonspiel

Samstag, den 5. Juni 2010, 16:30 Uhr, HBW Balingen+Weilstetten - HSV Hamburg, SparkassenArena in Balingen, anschließend, ab 18.30 Uhr, große Fan-Party zum Sasionabschluss in der Volksbank Messe

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