Spielbericht des HBW-Pressedienstes

GALLIER LASSEN DIE WERNER-AßMANN-HÖLLE VERSTUMMEN

Mit einer unglaublich starken Leistung hat der HBW Balingen-Weilstetten am zweiten Spieltag einen hochverdienten Auswärtserfolg eingefahren. Von Anfang bis zum Ende hatten die Gallier den Daumen auf der Partie. Lediglich zu Beginn der zweiten Hälfte ist es dem ThSV Eisenach gelungen, das Ergebnis auf pari zu stellen, aber Balingen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und gewinnt am Ende hochverdient mit 36:27 (18:15). 

Starker Start der Gallier

Das hat man selten bis gar nie erlebt, dass die in der ganzen Liga so gefürchtete Werner-Aßmann-Halle, auch bekannt als „Werner-Aßmann-Hölle“, fast mucksmäuschenstill geworden ist. Es gab sogar viele Zuschauer, ansonsten eingefleischte Fans der Thüringer, die die Halle schon vor dem Schlusspfiff verlassen haben. Schuld daran war der unglaublich engagierte Auftritt des HBW Balingen-Weilstetten.

Wie schon beim Saisonauftakt gegen Hamburg sind die Schwaben als Außenseiter in die Partie gestartet. Von dem zu Beginn noch durchaus vorhandenen Lärmpegel haben sich Mannschaftskapitän Tobias Heinzelmann und Co. aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Während die Gallier in der Abwehr vor Torhüter Vladimir Cupara regelrecht Beton anrührten, zogen sie im Angriff schnell auf 3:0 davon. Die Hausherren schlugen allerdings zurück und hatten nach einem Balinger Fehlwurf und einem von Top-Torschütze Sascha Pfattheicher nicht verwandelten Strafwurf sogar die Möglichkeit, den ersten Ausgleich zu erzielen. Den vereitelte HBW-Keeper Cupara. Als der HBW beim Stande von 7:4 erneut mit drei Treffern in Front lag, sah sich Eisenachs Coach Sebastian Hinze gezwungen, den Auszeitbuzzer zu drücken.

Viel geändert hat sich danach nicht – die Gallier hatten weiterhin ganz fest den Daumen auf der Partie. Bis zu vier Treffer lagen die Jungs von HBW-Coach Matthias „Matti“ Flohr zeitweilig in Front und gingen mit einer 18:15-Führung in die Halbzeit.

Eisenach gleicht aus doch der HBW bleibt cool

Die zweiten dreißig Minuten begannen mit einer kleinen Schwächephase des Underdogs aus Balingen und Eisenach konnte zum 18:18 ausgleichen. Die Thüringer nahmen sich aber selber den Wind aus den Segeln. Sie kassierten zwei schnelle Zeitstrafen und gerieten dadurch in doppelte Unterzahl. Die Balinger ließen sich nicht zweimal bitten und legten erneut vor. Kapitän Heinzelmann traf zweimal kurz hintereinander ins leere Eisenacher Gehäuse und in der 38. Minute lagen die Gallier erneut mit drei Treffern in Front. Als der überragende Spielmacher Yonathan Dayan zwei Minuten später gar auf 24:19 für den HBW erhöhte, drückte Hinze zum zweiten Mal den Auszeitbuzzer. Seine taktischen Umstellungen brachten den HBW aber kaum aus dem Konzept.

Rebmann wird zum starken Rückhalt

In der 48. Spielminute beim Stande von 29:23 für den HBW zog Hinze bereits seine dritte und letzte Auszeit. Er zog seine offensive Abwehr wieder zurück auf 5:1 und versuchte, seinen Jungs nochmals Mut zu machen. Man hatte allerdings das Gefühl, dass sie den Glauben bereits so ein wenig verloren hatten. Egal, was sie auch versuchten, der Aufsteiger aus Balingen hatte immer eine Antwort. Kamen die Thüringer dann doch einmal zum Wurf, stand im zweiten Durchgang ein Daniel Rebmann im Balinger Kasten, der erneut einen Sahnetag erwischte. Neun Paraden standen am Ende für ihn zu Buche, was einer Quote von fast 50 Prozent entsprach.

Zacharias feiert gelungenes Comeback

Eine der Rebmann-Paraden verwandelte im Gegenzug der Balinger Neuzugang Lion Zacharias, der nach langer Verletzungspause gegen den ThSV sein Comeback und seinen Einstand im HBW-Trikot feiern durfte, souverän zum 31:24 (53. Minute). Es war gleichzeitig eine Art Vorentscheidung. Das sahen auch zahlreiche Eisenacher Zuschauer so und machten sich vorzeitig auf die Heimreise. Spätestens nach dem 34:25 durch den siebenfachen Torschützen Csaba Leimeter war fünf Minuten vor dem Schlusspfiff die Partie entschieden. Die restlichen Treffer bis zum Endstand von 36:27 zählten nur noch für die Statistik.

„Das war eine absolut reife Leistung. Wir hatten uns auf einen langen Kampf bis zum Ende der Partie eingestellt. Dass es aber so souverän läuft, war unbeschreiblich und unerwartbar gewesen“, war HBW-Geschäftsführer Axel Kromer nach dem Schlusspfiff richtig stolz auf seine Mannschaft.

Am Sonntag wartet der nächste Härtetest

Viel Zeit bleibt dem aktuellen Tabellenzweiten der OPEL Handball-Bundesliga allerdings nicht, sich über den Auswärtserfolg und den sensationellen Tabellenstand zu freuen, denn bereits am Sonntag um 18 Uhr steht das Heimspiel gegen den SCM Magdeburg in der Balinger MEY GENERALBAU ARENA auf dem Spielplan.

Die Mannschaften

ThSV Eisenach: Matija Spikic, Mats Grupe (TW); Oskar Joelsson 2, Elias Scholtes 1, Aleksandar Capric, Gian Attenhofer 1, Peter Walz 1, David More, Moritz Ende, Felix Aellen 6/3, Dominik Solak 4, Vukasin Antonijevic 3, Stephan Seitz 3, Justin Kurch, Felix Montebovi 2/1, Tillman Leu 4; 
HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Vladimir Cupara (TW); Mex Raguse 1, Magnus Grupe, Bennet Strobel 1, Merlin Fuß, Mischa Locher 3, Till Wente, Elias Fügel 4, Tobias Heinzelmann 5, Sascha Pfatheicher 3/3, Yonatan Dayan 6, Lion Zacharias 1, Csaba Leimeter 7, Georg Pöhle 4, Stefan Bauer 1;

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