Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Drei Sekunden fehlten den Galliern zur Sensation gegen den SC Magdeburg

Was war das bitte für eine bittere Niederlage? Der HBW Balingen-Weilstetten musste sich Sekunden vor dem Schlusspfiff dem amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg geschlagen geben. In der vorletzten Minute führten die Gallier noch mit 30:29 und haben am Ende trotzdem mit 31:30 (13:15) das Nachsehen.

Die Gallier bieten dem Favoriten Paroli

Über das Spiel wurde im Vorfeld viel geschrieben und diskutiert. Beide Mannschaften waren vor dem Anpfiff noch verlustpunktfrei und belegten in der Tabelle die Plätze zwei und vier. Vom Spitzenspiel war immer die Rede, wobei jedem klar war, dass die Gallier als krasser Außenseiter ins Spiel gehen würden. „Der HBW kann gegen Magdeburg nur mithalten, wenn der SCM die Gallier mitspielen lässt“, hörte man im Vorfeld immer wieder, und zum Auftakt der Partie hatte es auch den Anschein, als ob Magdeburg schnell für klare Verhältnisse sorgen wollte. Der haushohe Favorit hatte die Rechnung aber ohne den HBW gemacht. Die Jungs von Trainer Matthias „Matti“ Flohr hatten ihre Hausaufgaben gemacht. Die Gäste konnten zwar immer wieder einen Treffer vorlegen, aber die Gallier zogen nach.

„Hölle Süd“ wird zum Tollhaus

Beim Stande von 6:6 und einer anschließenden Parade von HBW-Torhüter Vladimir Cupara erreichte der Lärmpegel in der „Hölle Süd“ seinen ersten Höhepunkt. Sekunden nach der Parade von Cupara erzielte Balingens Youngster Mischa Locher die erste Führung für die Hausherren, und als Mex Raguse nur wenig später auf 8:6 erhöhte, hatte man das Gefühl, das Hallendach fliegt gleich weg. Gästetrainer Bennet Wiegert hatte genug gesehen. Er drückte den Auszeitbuzzer und versuchte, seine Jungs lautstark wieder in die Spur zu bringen. Die taten sich aber auch in der Folge mit der Balinger Abwehr unheimlich schwer. Stefan Bauer und Co. rührten regelrecht Beton an und vorne traf Yonathan Dayan nach einem überragenden Spielzug zum 9:6.

Mit Standing Ovations in die Pause

Nach dem 11:10-Anschlusstreffer der Gäste nahm HBW-Coach Matti Flohr seine erste Auszeit und seine Jungs hatten ihm ganz genau zugehört und legten einen 3:0-Lauf auf die Platte. 14:10 stand es in der 27. Minute und keinen der 2.350 Zuschauer in der ausverkauften MEY GENERALBAU ARENA hielt es noch auf seinem Platz. Mit Standing Ovations wurden die Gallier beim Stand von 15:13 in die Pause verabschiedet.

Auch im zweiten Durchgang tat sich der haushohe Favorit gegen den schwäbischen Underdog unheimlich schwer. Bis Mitte der zweiten Hälfte legten die Hausherren immer einen oder zwei Treffer vor. Nach einem Fehlwurf in Unterzahl von Csaba Leimeter gelang es den Gästen aus Sachsen-Anhalt, zum ersten Mal nach der Auftaktphase das Ergebnis wieder zu ihren Gunsten zu drehen. Beim 24:22 hatte es den Anschein, als ob der SCM das Spiel unter Kontrolle bringt, aber der Deutsche Meister hatte die Rechnung ohne die Gallier gemacht. Obwohl sich der Kräfteverschleiß immer mal wieder bemerkbar machte, kämpften die Jungs von Matti Flohr verbissen um jeden Zentimeter Boden – mit Erfolg! In der 49. Minute glich Kapitän Tobias Heinzelmann per Tempogegenstoß wieder zum 24:24 aus.

Eine Crunchtime für die Geschichtsbücher

Beim Stande von 29:28 für die Gäste ging es hinein in die letzten fünf Minuten – hinein in eine Crunchtime, die man in Balingen so schnell nicht vergessen wird. Yonathan „Jonny“ Dayan, der mal wieder überragend Regie führte, traf zum 29:29. Im Gegenzug war HBW-Torhüter Daniel Rebmann zur Stelle und verhinderte mit einer sehenswerten Parade die erneute Führung des SCM. Mex Raguse traf mit einem Kracher unter die Latte und holte für die Gallier die Führung erneut zurück. Nach einem Ballgewinn in der Abwehr hatten Heinzelmann und Co. die große Möglichkeit, den Deckel auf die Partie zu schrauben, aber der SCM verteidigte mit allem, was er hatte, und zwang die Gallier ins Zeitspiel. Raguse musste sich einen Wurf nehmen, der das Magdeburger Gehäuse deutlich verfehlte. Im Gegenzug nutzte Magdeburg einen Strafwurf zum erneuten Ausgleich.

Drei Sekunden fehlen zum Punktgewinn

32 Sekunden vor dem Schlusspfiff nahm Matti Flohr eine Auszeit. Er gab seinen Jungs einen Spielzug mit auf den Weg, aber die SCM-Abwehr ließ keinen vernünftigen Wurf mehr zu. Elf Sekunden waren noch zu spielen, als der Favorit nochmals in Ballbesitz kam. Bennet Wiegert drückte sofort den Auszeitbuzzer. Seine Jungs hörten genau zu und trafen drei Sekunden vor dem Schlusspfiff zum entscheidenden 31:30.

Die Mannschaften

HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Vladimir Cupara (TW); Mex Raguse 5, Magnus Grupe 2, Bennet Strobel, Mischa Locher 3, Till Wente, Elias Fügel 2, Tobias Heinzelmann 3, Sascha Pfattheicher 3/2, Yonatan Dayan 7, Lion Zacharias, Csaba Leimeter 3, Georg Pöhle 1, Stefan Bauer 1;

SC Magdeburg: Dominik Kuzmanovic, Matej Mandic (TW); Matthias Musche 6/6, Felix Claar 7, Oskar Vind Rasmussen 6, Gisli Thorgeir Kristjansson 4, Daniel Pettersson, Antonio Serradilla, Elvar Örn Jonsson, Philipp Weber, Albin Lagergren 5, Lukas Mertens 1, Magnus Saugstrup 2, Oscar Bergendahl;

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