Vorbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier in der Höhle des Löwen

Als klarer Außenseiter reist der HBW Balingen-Weilstetten am Donnerstag nach Mannheim zu den Rhein-Neckar-Löwen. Spielbeginn in der SAP Arena ist um 19 Uhr. Geleitet wird die Partie von den Unparteiischen Steven Heine / Sascha Standke (Wendeburg / Ronnenberg) aus dem DHB-Elitekader.


Dabei liegen die beiden Kontrahenten punktemäßig nicht einmal so weit auseinander. Der Erstliga-Aufsteiger hat mit 5:7 Zählern auf Platz 13 einen mehr als passablen Saisonstart hingelegt, der aktuelle deutsche Pokalmeister hat erst viermal die Platte betreten und dabei 5:3 Punkte eingeheimst, was Rang neun bedeutet.
Trotzdem gehören die von Sebastian Hinze trainierten Löwen seit Jahren zu den Schwergewichten der LIQUI-MOLY Handball-Bundesliga und sind vor heimischem Publikum immer in der Favoritenrolle. Dass sie sich zum Saisonauftakt so schwer getan haben, liegt an einer Reihe von Verletzten. Linksaußen Uwe Gensheimer, langjähriger Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, fällt für lange Zeit wegen eines Kreuzbandrisse aus. Sein Stellvertreter, Lion Zacharias, hat sich im Training am Oberschenkel verletzt. Seither trägt der erst 19-Jährige David More aus dem eigenen Nachwuchs die gesamte Verantwortung auf dem linken Flügel und hat mit bislang 21 Treffern bewiesen, dass er mehr als nur ein Ersatz ist. „Eigentlich ist es egal, wer auf dieser Position spielt. Die sind alle super“, kann HBW-Cheftrainer Jens Bürkle durch die verletzungsbedingten Ausfälle keine Schwächung des Gegners erkennen.


Auf Rechtsaußen hat Nationalspieler Patrick Groetzki mittlerweile 500 Bundesligapartien für die Rhein-Neckar-Löwen bestritten, am Kreis wirbelt Jannik Kohlbacher, ein weiterer deutscher Nationalspieler. Zwei deutsche Nationaltorhüter – Joel Birlehm und David Späth – stehen im Kasten hinter der 6:0-Abwehr. Sollte einer mal einen schwächeren Tag erwischen, kann Hinze auf den schwedischen Routinier  Mikael Appelgren zurückgreifen.


Hervorragend besetzt sind auch die Halbpositionen mit dem schwedischen Neuzugang Gustav Davidsson und dem dänischen Routinier Niclas Kirkeløkke. Und das Aushängeschild der Mannheimer ist als Spielmacher  der deutsche Ausnahme-Handballer Juri Knorr.
Ob der der 23-Jährige am Donnerstag spielen kann, ist ungewiss. Beim knappen 31:29-Erfolg vergangenen Samstag gegen den Bergischen HC fehlte er wegen einer Bauchmuskelverletzung. Sollte es sich nicht um eine eher harmlose Zerrung handeln, könnte der Regisseur der deutschen Nationalmannschaft für längere Zeit ausfallen.


Genau diese Unsicherheit gibt es auch bei Filip Vistorop, dem Denker und Lenker des Balinger Angriffsspiels. Wegen einer Sehnenentzündung am Fuß konnte er die 26:37-Niederlage seiner Mannschaftskameraden gegen die Füchse Berlin am vergangenen Freitag in der SparkassenArena nur von der Tribüne aus verfolgen. Falls nicht ein medizinisches Wunder geschieht, muss er auch gegen die Löwen passen.
Trotzdem ist Bürkle optimistisch eine schlagkräftige Truppe auf die Platte schicken zu können, „um diese spannende Aufgabe anzugehen“. Mit Ausnahme der ersten Halbzeit gegen Berlin und der Partie gegen Erlangen habe seine Mannschaft bereits ansprechende Leistungen gezeigt. Dieses Niveau gelte es wieder zu erreichen. Vor allem müsse viel in die Abwehr investiert werden, um ins Tempospiel zu kommen, was die eigentliche Stärke seines Teams sei.
In der Saisonvorbereitung haben die beiden Mannschaften zweimal die Klingen miteinander gekreuzt. Beim Turnier in Altensteig zogen die Gallier den Kürzeren,  im August gab es ein 28:28-Remis.



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