Spielbericht des HBW-Pressedienstes
GALLIER LIEFERN DEN RHEIN-NECKAR LÖWEN EINEN GROSSEN KAMPF

HBW-Torhüter Vladimir Cupara zeigte in Mannheim eine ganz starke Leistung, konnte aber die knappe Niederlage der Gallier nicht verhindern
Foto: Max Krause (RNL)
Nach der unglücklichen Heimniederlage gegen den SC Magdeburg müssen die Gallier auch die Heimreise aus der SAP-Arena mit leeren Händen antreten. Nach einer bärenstarken ersten Halbzeit riss im zweiten Durchgang der Faden. Die Rhein-Neckar-Löwen konnten das Ergebnis zu ihren Gunsten drehen. In der Schlussphase beim Stande von 28:27 fehlte bei offener Manndeckung dann auch noch das notwendige Quäntchen Glück. Die Hausherren brachten mit der Schlusssirene den 29:27 (9:14)-Heimerfolg unter Dach und Fach.
Bärenstarker Start der Gallier
Die Rollenverteilung vor dem Anpfiff war klar. Der HBW Balingen-Weilstetten ging als krasser Außenseiter in die Partie und konnte völlig befreit aufspielen. Der Druck des Gewinnenmüssens lastete bei den Hausherren, die mit 2:4 Punkten hinter ihren Erwartungen zurücklagen und gegen den HBW unbedingt den ersten Heimsieg der Saison verbuchen wollten. Die Balinger hatten allerdings etwas dagegen und das stellten sie von Anfang an unter Beweis. Csaba Leimeter brachte den Underdog mit 1:0 in Führung und bis die Hausherren ausgleichen konnten, mussten ihre Fans bis in die sechste Spielminute warten. Dabei hatten sie sogar noch Glück, dass der Vorsprung der Gallier nicht noch größer war, denn ihr Torhüter David Späth konnte zweimal parieren und einmal rettete das Aluminium.
Die Wurfausbeute der Balinger wurde besser, die Abwehr stand überragend und dahinter hatte Torhüter Vladimir Cupara einen exzellenten Start erwischt. 6:2 stand es für den Außenseiter, als der Löwen-Coach Maik Machulla zum ersten Mal den Auszeitbuzzer drückte. Er war mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden und stellte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt auf Sieben gegen Sechs um. Eine taktische Maßnahme, die der HBW-Abwehr einige Zeit deutlich mehr zu schaffen machte. In der Schlussphase der ersten Halbzeit hatte sich die Balinger Defensive besser auf die sieben Angreifer eingestellt. Vorne ließen die HBW-Angreifer kaum noch etwas liegen und so ging es mit einer 14:9-Führung für den HBW in die Kabinen.
HBW verliert im zweiten Durchgang den Faden
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Schwaben die klar bessere Mannschaft. Die Jungs von Chef-Coach Matthias „Matti“ Flohr bauten ihren Vorsprung bis auf 17:11 (34. Spielminute) aus. Nach dem Treffer der Hausherren zum 12:17 riss plötzlich der Faden beim HBW. Nach zwei Ballverlusten im Angriff und einem technischen Fehler stand es nur noch 15:18. Zudem kassierte Magnus Grupe nach Videobeweis auch noch eine Zeitstrafe. Obwohl die Balinger ihren Vorsprung noch einige Zeit verteidigen konnten, hatte man das Gefühl, dass sie mehr und mehr die Kontrolle verloren. Im Angriff rieben sie sich an der immer stärker werdenden Löwen-Abwehr auf und in der eigenen Abwehr taten sie sich gegen das Sieben-gegen-Sechs immer schwerer.
Löwen drehen die Partie
In der 51. Minute war es dann so weit. Die Löwen erzielten den 22:22-Ausgleich. Bis auf 26:23 zogen die Hausherren davon und sahen bereits wie der sichere Sieger aus. Sie hatten aber die Rechnung ohne den Underdog gemacht. Die Schwaben mobilisierten nochmals ihre letzten Kräfte und Merlin Fuß erzielte in der 58. Spielminute den erneuten Ausgleich. Es stand 26:26. Mit 28:27 ging es hinein in die letzten 17 Sekunden des Spiels. Die Gallier versuchten mit einer offenen Manndeckung, den Ball nochmals zu bekommen. Fünf Sekunden vor dem Schlusspfiff konnte Magnus Grupe ein Abspiel verhindern, aber den Ball nicht sichern. Der landete erneut bei den Rhein-Neckar-Löwen, die mit dem Schlusspfiff das 29:27 erzielten.
„Uns hat die Kaltschnäuzigkeit gefehlt“
„Nach einer souveränen und bärenstarken ersten Halbzeit haben wir uns zwischen dem 17:11 und dem Rückstand beim 22:23 unheimlich schwergetan, Chancen zu erarbeiten, und die wenigen Möglichkeiten, die wir uns erarbeitet haben, haben wir nicht mit der Kaltschnäuzigkeit genutzt, wie wir es gebraucht hätten“, meinte HBW-Geschäftsführer Axel Kromer.
Die Mannschaften
Rhein-Neckar-Löwen: Mike Jensen, David Späth (TW); Robert Timmermeister, Tim Nothdurft 1, Jacob Arenth Lassen 6, Niclas Mierzwa 1, Gino Steenaerts, Marius Steinhauser 7/5, Aron Seesing 3, Haukur Thrastarson 5, Kentin Mahe 1/1, Elias Ciudad–Benitez, Halil Jaganjac, Dani Baijens 3, Edwin Aspenbäck, Jannik Kohlbacher 2;
HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Vladimir Cupara (TW); Mex Raguse 2, Magnus Grupe 1, Bennet Strobel, Merlin Fuß 1, Mischa Locher 4, Till Wente, Elias Fügel 1, Tobias Heinzelmann 3, Sascha Pfattheicher 7/4, Yonatan Dayan 5, Lion Zacharias, Csaba Leimeter 1, Georg Pöhle 2, Stefan Bauer;
