Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier verspielen deutliche Führung in Potsdam

Nach einem Spiel, über das man sicherlich noch viel und lange diskutieren wird, musste der HBW Balingen-Weilstetten mit einer Niederlage im Gepäck die weite Heimreise nach Balingen antreten. Während die Mannschaft von Trainer Matthias „Matti“ Flohr in der ersten Hälfte klar dominierte und mit einer 16:11-Führung in die Pause ging, verlor sie im zweiten Durchgang völlig den Faden. Plötzlich funktionierte nichts mehr, und Potsdam drehte die Partie. Am Ende feierten die Gastgeber einen verdienten 31:26-Heimerfolg.

Klare Dominanz im ersten Durchgang  

Die Hausherren gingen zwar mit 1:0 in Führung, doch dieser Vorsprung war nur von kurzer Dauer und blieb bis Mitte des zweiten Durchgangs die einzige Führung des VfL. HBW-Linksaußen Tim Ruggiero-Matthes brachte mit einem Doppelschlag die Gallier in Front, und Neuzugang Mex Raguse erhöhte ebenfalls mit zwei Treffern in Serie auf 4:1 für den HBW. Im Balinger Gehäuse war Benedek Nagy zunächst eine sichere Bank. Beim Stand von 5:9 in der 16. Spielminute sah Potsdams Trainer Emir Kurtagic erstmals Gesprächsbedarf. Doch seine Ansprache und die vorgenommenen Umstellungen änderten wenig – die Gallier hatten die Partie weiterhin im Griff.

Beim 11:6 drückte Kurtagic nur fünf Minuten später bereits zum zweiten Mal den Auszeitbuzzer und nahm sein Team erneut in die Pflicht. Mit etwas Verzögerung kamen die Gastgeber jetzt tatsächlich besser ins Spiel. Zwar lief im Angriff längst nicht alles nach Wunsch des Trainers, doch die Abwehr packte nun deutlich entschlossener zu, und die Balinger taten sich zunehmend schwerer. Dennoch behaupteten die Gallier bis zum Kabinengang einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung (16:11).

Potsdam kommt mit mehr Biss aus der Kabine

Was dann nach der Halbzeitpause geschah, wird Trainer Flohr und seinen Trainerstab wohl noch eine Weile beschäftigen. Zwar erhöhte Linksaußen Ruggiero-Matthes gleich nach Wiederbeginn auf 17:11, doch danach stellten die Balinger das Torewerfen nahezu komplett ein. Unkonzentrierte Abschlüsse – teilweise auch mit einer Portion Pech – brachten die Hausherren zurück ins Spiel. Mit einem 4:0-Lauf verkürzte der VfL auf 15:17. Nach dem Anschlusstreffer zum 19:20 sah der HBW-Coach dringenden Gesprächsbedarf, doch seine Worte schienen die Spieler nicht mehr richtig zu erreichen. Potsdam blieb am Drücker, und die VfL-Abwehr machte dem HBW das Leben immer schwerer. Während die Gäste in der ersten Halbzeit die klar bessere Torhüterleistung hatten, war es nun der Potsdamer Keeper, der mehrfach entscheidend die Hand an den Ball brachte. Vorne nutzten seine Mitspieler – allen voran Neuzugang Markus Mahr – nahezu jede sich bietende Gelegenheit. In der 47. Spielminute war es schließlich der österreichische Nationalspieler, der zum ersten Mal wieder den Ausgleich herstellte. Der Spielmacher war im zweiten Durchgang Dreh- und Angelpunkt im Potsdamer Spiel. Selber erzielte er 14 Tore und von seinen exzellenten Anspielen profitierten zudem seine Nebenleute.

Schlussoffensive bringt keine Wende mehr 

Nach dem 21:21 konnte Sascha Pfattheicher die Gallier per Strafwurf zwar noch einmal in Führung bringen, doch danach spielte nur noch eine Mannschaft – der VfL Potsdam. Beim 23:27 zog Flohr seine dritte und letzte Auszeit. Mit der offenen Manndeckung versuchte er noch einmal alles und zog den letzten Pfeil aus dem Köcher. Doch die Gastgeber ließen sich nicht mehr von der Siegerstraße abbringen und brachten den Erfolg sicher nach Hause.

Die Mannschaften

VfL Potsdam: Frederik Höler, Maximilian Grundmann (TW); Florian Budde, Marvin Siemer 1, Markus Mahr 14/3, Nicolas Paulnsteiner 2, Davide Bulzamini 1, Max Günther 4, Jannek Klein 1, Gabriele Sontacchi 3, Tim Hildenbrand, Nils Fuhrmann 1, Marco Mengon 3, Tim Niclas Schröder, Dustin Kraus 1;

HBW Balingen-Weilstetten: Mateusz Kornecki, Benedek Nagy (TW); Tim Ruggiero-Matthes 4, Mex Raguse 7, Magnus Grupe 2, Merlin Fuß 3, Tim Grüner, Till Wente, Elias Fügel, Tobias Heinzelmann 3, Sascha Pfattheicher 4/3, Yonatan Dayan 1, Csaba Leimeter 1, Georg Pöhle, Stefan Bauer 1;

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