Vorbericht des HBW-Pressedienstes
DERBYZEIT IN DER MEY GENERALBAU ARENA

Ein Vorgeschmack auf das Schwabenderby: In der Saisonvorbereitung trennten sich die Gallier und der TVB Stuttgart in Schwenningen 26:26.
Foto: Thomas Schips
It’s Derbytime! Nach dem Baden-Württemberg-Duell bei den Rhein-Neckar Löwen steht für den HBW Balingen-Weilstetten jetzt das Schwabenderby auf dem Spielplan. Spielbeginn in der MEY GENERALBAU ARENA ist am kommenden Freitagabend um 19 Uhr. Die Leitung der Partie haben die beiden Unparteiischen Fabian Baumgart und Philipp Dinges (Neuried / Stutensee) aus dem Schiedsrichter-Elitekader des DHB.
Bärenstarker Saisonstart der Gallier
Mit zwei Siegen und zwei knappen Niederlagen sind die Gallier bärenstark in die Saison gestartet. Keiner von den Experten hatte dem Aufsteiger einen solchen Saisonstart zugetraut. Dementsprechend hoch war auch das Medieninteresse mit zahlreichen Berichten in den verschiedenen Printausgaben, im TV und auf diversen Internetplattformen.
Nach dem Heimsieg zum Auftakt gegen den Handball Club Hamburg und dem souveränen Auswärtserfolg beim ThSV Eisenach hatten viele das folgende Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister SC Magdeburg künstlich etwas zum Topspiel des dritten Spieltages aufgebauscht. Immerhin standen die Balinger verlustpunktfrei auf Platz zwei der Tabelle und mit dem SCM kam eine der weltbesten Mannschaften nach Balingen. Nur, so richtig daran geglaubt, dass es ein echtes Topspiel werden würde, hat eigentlich niemand. Zu groß sind die Qualitätsunterschiede im Kader der beiden Teams. Und gerade diesen Unterschieden zum Trotz brachte der krasse Außenseiter in typischer Gallier-Manier den haushohen Favoriten an den Rand einer Niederlage. Nur drei Sekunden fehlten den Schwaben zur Sensation.
Auch in Mannheim nur knapp geschlagen
Ähnlich krass waren die Qualitätsunterschiede auf dem Papier im letzten Auswärtsspiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Dazu kam, dass die Löwen auch noch den Heimvorteil auf ihrer Seite hatten. Allerdings war es erneut der Außenseiter von der Schwäbischen Alb, der von Anfang an dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Den Pausenstand von 14:9 bauten die Jungs von Chefcoach Matthias „Matti“ Flohr zu Beginn des zweiten Durchgangs sogar noch bis 17:11 aus. Danach gab es allerdings einen Bruch im Gallier-Spiel. Zwei Ballverluste und einen technischen Fehler nutzten die Hausherren zu einem 3:0-Lauf. Eine Zwei-Minuten-Strafe kam noch hinzu und plötzlich lagen die Balinger mit 23:22 zurück.
Beim 26:23 für die Löwen schien die Partie gelaufen zu sein. Der Underdog gab sich aber noch nicht geschlagen und kämpfte sich nochmals zurück. Sekunden vor Schluss hatten die Gallier bei offener Manndeckung das Pech, dass ein versuchter Steal erneut in die Hände der Hausherren fiel und diese mit der Schlusssirene den Deckel endgültig auf die Partie schraubten.
TVB mit starkem Auftritt in Melsungen
Nach den zwei unglücklichen Niederlagen gibt es am Freitagabend im eigenen Wohnzimmer die nächste Chance für den HBW, weitere Punkte zu holen. Gegen den TVB Stuttgart sind die Rollen vielleicht nicht ganz so klar verteilt wie zuletzt gegen die Löwen und den SCM. Aber von einer Favoritenrolle sind die Gallier – zumindest nach der Papierform – meilenweit entfernt.
Man sollte auch das Remis aus der Vorbereitung nicht als Maßstab anlegen. In solchen Spielen testen die Trainer immer sehr viel und die Mannschaften haben unterschiedliche Fitnesszustände. Da lohnt schon eher der Blick auf das Spiel der Stuttgarter bei der MT Melsungen. Nach holprigem Start kamen Kai Häfner und Co. immer besser in die Partie und spielten über weite Strecken mit dem Champions-League-Teilnehmer auf Augenhöhe. In der 52. Spielminute stand es 24:24, zwei Minuten später sogar 26:26. In der Crunchtime hatten die Nordhessen allerdings den längeren Atem und die besseren Lösungen. Stuttgart musste sich schließlich 32:27 geschlagen geben.
„Da gingen heute einfach ein paar Bälle zu viel weg. In der Entscheidungsphase beim 26:26 stellen wir uns dann ein bisschen dämlich an“, nahm TVB-Trainer Mischa Kaufmann in der Analyse kein Blatt vor den Mund. Das tut der Schweizer sowieso nie. Was ihm missfällt, wird deutlich angesprochen, und in vielem, was er macht, erinnert er oft an den legendären HBW-Coach Dr. Rolf Brack. Während Brack den siebten Feldspieler salonfähig machte, hat Kaufmann das Spiel mit vier Rückraumspielern perfektioniert. Taktisch weiß bei dem Schweizer kein Gegner, was auf ihn zukommt.
Schwabenderby mit besonderen Vorzeichen
Die Gallier werden gegen die „Biddafelder“ erneut über 60 Minuten an ihrer Leistungsgrenze spielen müssen, wenn die Punkte in Balingen bleiben sollen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wer als Sieger aus dem Schwabenderby hervorgeht. Was man heute schon weiß, ist, dass auf beiden Seiten wieder einige Spieler im Kader stehen, die auch schon in der anderen Mannschaft aktiv waren.
Da ist zum Beispiel das Torhütergespann Mateusz Kornecki und Mohamed El Tayar auf Stuttgarter Seite. Beide haben zahlreiche Spiele im Trikot der Gallier absolviert. Auch der Stuttgarter Torschütze vom Dienst, Kai Häfner, war einige Zeit beim HBW. In der „Hölle Süd“ legte der Linkshänder den Grundstein für seine erfolgreiche Karriere.
Auf Balinger Seite werden sich Sascha Pfattheicher und Torhüter Daniel Rebmann auf viele ehemalige Mannschaftskameraden auf Stuttgarter Seite freuen.
