Vorbericht des HBW-Pressedienstes

Corona-Pandemie – Gallier in Essen vor leeren Rängen

Nach der erfolglosen englischen Woche müssen die Gallier am Sonntag bei Aufsteiger Essen antreten. Der TUSEM hat bisher erst zwei Auswärtsspiele absolviert, weil zum Saisonauftakt für das erste Heimspiel die Lichtanlage in der Sporthalle „Am Hallo“ noch nicht fertig installiert war. In beiden Auswärtsspielen, sowohl beim TVB Stuttgart als auch bei den Rhein-Neckar-Löwen haben die Essener die jeweiligen Favoriten richtig geärgert, aber keine Punkte geholt. Deshalb soll am Sonntag gegen die Gallier der erste Sieg eingefahren werden. Spielbeginn ist am Sonntag, 18. Oktober, um 16 Uhr. Das Spiel steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Julian Koppel und Denis Regner aus dem DHB-Elitekader. 

Für viele Handball-Experten und auch dem Großteil der deutschen Handballfans, ist Aufsteiger Essen Abstiegskandidat Nr. 1. Es gibt nicht wenige, die behaupten, dass der TUSEM am Ende der vergangenen Saison den Aufstieg wahrscheinlich gar nicht geschafft hätte, wenn Corona nicht dazwischengekommen wäre. Nach den zwei Auswärtsspielen hat mancher womöglich seine Meinung geändert. Was die im Altersdurchschnitt jüngste Mannschaft der Liga auf die Platte gebracht hat, war mehr als sehenswert. Ohne Angst und Scheu vor großen Namen haben sie ihr Spiel durchgezogen und sich von keinem einzigen Rückstand von ihrer Linie abbringen lassen.

In Stuttgart mussten die Jungs um Mannschaftskapitän Jonas Ellwanger nach dem 10:10-Ausgleich zwar noch reichlich Lehrgeld zahlen. Sie haben aber ihre Hausaufgaben gemacht und vier Tage später die Rhein-Neckar-Löwen in der SAP-Arena richtig geärgert. Nach dem 25:23-Anschlusstreffer durch Linkshänder Lucas Firnhaber waren die Ruhrpottler zehn Minuten vor dem Schlusspfiff noch auf Augenhöhe mit dem haushohen Favoriten. Der TUSEM kassierte jedoch eine Zeitstrafe und die wurde von den Rhein-Neckar-Löwen gnadenlos bestraft. Über 28:24 zogen die Löwen auf 32:24 davon und machten den Deckel auf die Partie. Dennoch konnte der TUSEM hocherhobenen Hauptes das Spielfeld nach dem Schlusspfiff verlassen. Trainer Jamal Naji war aber nicht restlos zufrieden: „Es war eine couragierte Leistung der Jungs und insgesamt ein gutes Ergebnis. Trotzdem überwiegt ein bisschen die Enttäuschung, weil wir nur 48 Minuten richtig gut mitgehalten und zwei etwas schwächere Phasen gehabt haben. Dennoch war es vor allem in der Abwehr ein großer Schritt nach vorne und auch im Angriff ist unser Matchplan aufgegangen. Lucas Firnhaber haben wir in viele Abschlusssituationen bekommen. Wenn wir jetzt den nächsten Schritt machen, dann haben wir in den nächsten Spielen auf jeden Fall noch bessere Chancen zu punkten.“

Wie schon bei den Rhein-Neckar-Löwen müssen die Essener ihr erstes Heimspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten, vor leerer Halle bestreiten. Die Stadt Essen wurde am vergangenen Wochenende zum Risikogebiet erklärt, weil die Infektionszahlen der Corona-Pandemie einen kritischen Wert überschritten haben. Für den TUSEM also nichts Neues – für die Gallier hingegen schon. Die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle, der im Laufe der Woche seinen 40. Geburtstag feiern konnte, hat bisher immer vor Publikum gespielt. In den zwei Heimspielen waren es jeweils 500 Personen, die in die SparkassenArena durften. In beiden Heimspielen hat man aber ganz deutlich gemerkt, dass der „Hölle Süd“ das Feuer fehlte, das die Mannschaft in der Crunchtime nach vorne peitscht. Ob es mit ein Grund war, dass beide Spiele nach jeweils knapper Führung in der Schlussphase verloren gingen, kann man nur spekulieren. Tatsache aber ist, dass die Gallier in allen drei Spielen der englischen Woche, die Möglichkeit auf Punkte hatten und diese nicht genutzt haben. Gegen den TUSEM sollte sie die Chance, falls sie eine bekommen, nicht leichtfertig liegen lassen. Die Essener werden am Ende der Saison trotz aller Euphorie, die in der jungen Truppe steckt, einer der Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sein und gegen die sollte man unbedingt die Punkte einfahren.

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