Vorbericht des HBW-Pressedienstes

MIT KAMPFGEIST GEGEN DIE MELSUNGER SPITZENMANNSCHAFT

Der gewöhnungsbedürftige Spielplan beschert den Galliern das nächste Heimspiel. Nach dem Handball-Krimi gegen die TSV Hannover-Burgdorf zum Wochenbeginn geht es am Samstagabend gegen die MT Melsungen. Spielbeginn in der MEY GENERALBAU ARENA ist um 20 Uhr. Die Partie steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Robert Schulze und Tobias Tönnies (Biederitz / Magdeburg), die dem internationalen Schiedsrichterkader des Deutschen Handballbundes angehören.

Mit dem 29:29-Remis gegen die TSV Hannover-Burgdorf hat die Mannschaft von Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr am vergangenen Montag die Serie der knappen Niederlagen durchbrochen und sich nach einer bärenstarken zweiten Halbzeit wenigstens mit einem Punkt belohnt. Nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand haben die Gallier zusammen mit ihren Fans das hochverdiente Remis nach dem Schlusspfiff wie einen Sieg gefeiert.

DIE GALLIER KÄMPFEN SICH ZURÜCK

Der Punktgewinn gegen die Recken war alles andere als zu erwarten. Nach der Pokalpleite gegen den HBW gelüstete es den Niedersachsen nach Revanche. Sie waren nach Balingen gekommen und wollten dem aufmüpfigen Aufsteiger die Grenzen aufzeigen. Nach etwas verhaltenem Beginn sah es auch ganz danach aus. Die anfängliche 2:1-Führung des HBW drehte die TSV relativ schnell in eine eigene Führung um. Die mit Nationalspielern gespickte Mannschaft setzte sich Tor um Tor ab und hatte sich bis zur 22. Minute beim Stand von 14:9 bereits einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeitet. Nach einem 3:0-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte die Spielstandsanzeige sogar einen 19:13-Vorsprung für die Recken an, und alles sah nach der angekündigten Revanche aus.

Die Gallier schlugen jedoch mit einem 4:0-Lauf zurück und schürten damit ein unglaubliches Feuer in der „Hölle Süd“. Plötzlich glaubten wieder alle an den Erfolg. Die Recken gerieten mehr und mehr unter Druck und lagen kurz vor Schluss sogar mit einem Treffer zurück. Dem Starensemble um die deutschen Nationalspieler Renars Uscins, Justus Fischer und Marian Michalczik gelang es aber, neun Sekunden vor dem Schlusspfiff die erneute Niederlage gerade noch abzuwenden.

„Wir haben uns gegen diesen enorm starken Gegner heute zurückgekämpft. Das ist ein weiteres Ding, das wir bis jetzt noch nicht so hatten“, freute sich HBW-Coach Matti Flohr über die mentale Stärke seiner Jungs, die sich nach einem deutlichen Rückstand am eigenen Schopf wieder hochgezogen und ins Spiel zurückgekämpft haben.

DIE MT HAT SICH ZUR SPITZENMANNSCHAFT ENTWICKELT

Diesen Kampfgeist, diese Einstellung und die Emotionen von den Rängen wird es auch am Samstagabend brauchen. Mit der MT Melsungen kommt eine der stärksten Mannschaften der OPEL Handball-Bundesliga in die MEY GENERALBAU ARENA. Vor zwei, drei Spielzeiten wusste man nie so richtig, was einen erwartet, wenn die Partie gegen die Nordhessen auf dem Spielplan stand. Die „Bartenwetzer“ hatten etwas das Image einer launischen Diva. Ein mit Top-Spielern besetzter Kader konnte seine Qualitäten nur selten auf die Platte bringen. Das hat sich unter Trainer Roberto Garcia Parrondo zwischenzeitlich geändert. Die Nordhessen haben sich zu einer echten Spitzenmannschaft entwickelt.

Nach dem Gewinn der European League – im Finale konnten sich die Melsunger gegen den THW Kiel mit 24:23 durchsetzen – hat sich die MT sogar für die diesjährige Champions League qualifiziert. Dort traf sie am Donnerstagabend in einem Do-or-die-Spiel auf Orlen Wisła Płock. Nach der Niederlage im Hinspiel waren die Nordhessen zum Siegen verdammt, um nicht vorzeitig die Segel in der Champions League streichen zu müssen. In einem hochspannenden Fight mit den Polen konnte die MT nach dem Schlusspfiff das Minimalziel feiern. Sie gewann mit 28:26 und hat damit vor dem letzten Spieltag wieder alles in der eigenen Hand, um erstmals die Champions-League-Hauptrunde zu erreichen.

Dreh- und Angelpunkt im Melsunger Spiel war einmal mehr Erik Balenciaga. Der spanische Spielmacher mit nur 1,69 m Körpergröße schlängelte sich immer wieder durch die polnische Abwehr. Entweder traf er selbst oder es gab meistens einen Strafwurf plus Zeitstrafe, weil er mit seinem Körperschwerpunkt so tief daherkam, dass meist eine Abwehrhand im Gesicht des Spaniers landete. Hinten nagelte der positiv verrückte Nebosja Simic einmal mehr seinen Kasten zu. Mit zwölf Paraden war er ein bärenstarker Rückhalt seiner Mannschaft.

DIE GALLIER MÜSSEN ALLES IN DIE WAAGSCHALE WERFEN

Die Gallier wissen also, was auf sie zukommt. Sie müssen erneut alles in die Waagschale werfen, was sie im Tank haben. Sie dürfen der MT keine Sekunde Zeit zum Verschnaufen geben und ein klein wenig darauf hoffen, dass den Nordhessen am Ende vielleicht die notwendigen Körner fehlen. Allerdings wird der aktuelle Tabellenfünfte der OPEL Handball-Bundesliga aus dem Erfolg in der Champions League genug Motivation mitbringen, um auch in Balingen erfolgreich zu sein. Mit einem Erfolg gegen die Gallier würde die MT auch ihren Auswärtsfluch in der Liga beenden. Seit Saisonbeginn steht gerade mal ein Punkt auf der Habenseite der Nordhessen. Der stammt vom 31:31-Unentschieden am dritten Spieltag in Gummersbach.