Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Siegesserie der Gallier endet in einem dramatischem Handballkrimi

Das Heimspiel der Gallier gegen den TSV Bayer Dormagen entwickelte sich am Sonntagnachmittag zu einem Handballkrimi allererster Güte. Die Rheinländer verlangten dem HBW alles ab und entführten am Ende beim 32:32 (16:15) einen nicht unverdienten Zähler aus der MEY GENERALBAU ARENA. Trotz des Punktverlusts war es für die Balinger ein Schritt nach vorne: Durch das Remis bauten sie ihren Vorsprung im Aufstiegsrennen bei noch vier ausstehenden Partien auf fünf Zähler gegenüber Elbflorenz Dresden aus.

„Für mich war es eines der besten Zweitligaspiele, die ich bisher – auch in Videoanalysen – gesehen habe“, konstatierte HBW-Coach Matthias „Matti“ Flohr nach der Schlusssirene. Seine Mannschaft habe einen wichtigen Punkt mitgenommen; das Unentschieden sei am Ende das leistungsgerechte Resultat einer hochklassigen Begegnung gewesen.

Hochklassiger Schlagabtausch gegen taktisch starke Gäste

Bereits in der Anfangsphase wurde deutlich, dass Dormagen als unbequemer Außenseiter angereist war. Ohne Druck und mit dem Selbstbewusstsein des Hinspielsieges im Rücken präsentierte sich die Bayer-Sieben taktisch hervorragend eingestellt. Während die Gallier im Angriff zunächst kaum Lücken fanden, nutzten die Gäste ihre Chancen konsequent und behaupteten über weite Strecken der ersten Halbzeit die Führung. Auch als die Balinger Deckung Mitte des ersten Durchgangs stabiler wurde, reagierte TSV-Trainer Julian Bauer geschickt und brachte den siebten Feldspieler – ein taktisches Mittel, das den Spielfluss der Hausherren immer wieder unterbrach.

Hitzige Atmosphäre sorgt für emotionalen Weckruf

Zum emotionalen Wendepunkt wurde eine hitzige Phase kurz vor der Pause. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Yonathan Dayan und einem kurz darauf nicht geahndeten Kopftreffer gegen HBW-Keeper Benedek Nagy kochte die Stimmung in der Arena hoch. Die gellenden Pfiffe des Publikums wirkten wie ein Weckruf: In dieser aufgeheizten Atmosphäre bewiesen die Gallier Moral und drehten den Rückstand in eine hauchdünne 16:15-Pausenführung.

Der zweite Durchgang begann zunächst ganz nach dem Geschmack der HBW-Fans in der „Hölle-Süd“. Das Rückraum-Duo Mex Raguse und Merlin Fuß traf fast nach Belieben, während Nagy zwischen den Pfosten wichtige Bälle entschärfte. Beim Stand von 20:16 (35.) schien die Partie zugunsten der Hausherren zu kippen, doch Dormagen bewies Kämpferherz. Begünstigt durch einige Balinger Fehlwürfe kämpften sich die Rheinländer zurück und stellten beim 24:24 (47.) den Ausgleich wieder her. 

Umstrittene Entscheidungen verhindern den Heimsieg

Die Schlussphase war pure Dramatik. In einem Abnutzungskampf legte Balingen vor, Dormagen egalisierte postwendend. Eine umstrittene Entscheidung in der 59. Minute, als Dayan ein vermeintliches Foulspiel im Kreis verwehrt wurde und Dormagen im Gegenzug die Führung übernahm, ließ die Arena erneut erzittern.

Sekunden vor dem Ende kam der HBW beim Stand von 32:32 noch einmal in Ballbesitz. Mannschaftskapitän Tobias Heinzelmann stürmte auf das Tor zu, wurde jedoch beim finalen Wurf entscheidend gestört. Die Halle forderte lautstark den Siebenmeter, doch die Unparteiischen entschieden lediglich auf Freiwurf, der nach Ablauf der Zeit am Tor vorbeiging. Am Ende blieb die Erkenntnis: In einem Spiel auf Augenhöhe haben die Gallier den Vorsprung in der Tabelle um einen Zähler ausgebaut und den Aufstieg weiterhin fest in der eigenen Hand. 

Die Mannschaften

HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Benedek Nagy (TW); Tim Ruggiero-Matthes 3, Mex Raguse 6, Elias Huber 1, Magnus Grupe, Bennet Strobel, Merlin Fuß 3, Tim Grüner 2, Elias Fügel 5, Tobias Heinzelmann 3, Sascha Pfattheicher 3, Yonatan Dayan, Csaba Leimeter 3, Georg Pöhle, Stefan Bauer 3;

TSV Bayer Dormagen:  Louis Oberosler, Christian Ole Simonson (TW); Luca Krist 2, Vinzent Bertl 2, Marvin Landau, Krischa Leis 2, Florian Boehnert 5, Felix Elias Böckenholt 3, Finn Schroven 5, Peter Strosack 6, Julius Bahns, Maximilian Schmidt, Jan-Christian Schmidt 5, Luis Pauli, Julius Hein 2;

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