Vorbericht des HBW-Pressedienstes
Englische Woche führt die Gallier zum formstarken TuS N-Lübbecke

Im Hinspiel gab es einen deutlichen Zehn-Tore-Erfolg (28:18) für die Gallier. So einfach will es Lübbecke den Schwaben nicht mehr machen.
Foto: © Thomas Schips
Nach dem 36:25-Kantersieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau bleibt den Galliern nicht viel Zeit zum Durchatmen. Das Heimspiel war nämlich nur der Auftakt in eine englische Woche. Bereits am Mittwochabend werden die Balinger in Ostwestfalen vom TuS N-Lübbecke erwartet. Spielbeginn in der MERKUR Arena ist um 20 Uhr. Die Leitung der Partie haben die beiden Unparteiischen Christian und Fabian vom Dorff (Kaarst / NRW).
Halbzeitansprache mit Wirkung
Nach einer über weite Strecken ausgeglichenen ersten Halbzeit hat die Mannschaft von Chef-Trainer Matthias „Matti“ Flohr am vergangenen Freitagabend die Gäste vom VfL Lübeck-Schwartau regelrecht zerpflückt. „Das hat mich sehr stolz gemacht“, meinte der Balinger Coach und hatte auch eine Erklärung für die Dominanz seiner Mannschaft. Er stellte in der Halbzeitpause die Abwehr um und schenkte seinen beiden Youngstern Till Wente und Bennet Strobel das Vertrauen im Mittelblock. „Ich gab ihnen die Vorgabe, dass sie sich nicht so weit reindrängen lassen sollen, und das haben die zwei sensationell gut gemacht.“ Mit dieser Umstellung kamen die Norddeutschen überhaupt nicht zurecht. Immer wieder liefen sie sich fest und während der VfL-Angriff stockte, kam der HBW-Angriff so richtig ins Rollen.
Torverhältnis macht den Unterschied
Elf Tore Differenz waren es am Ende. Was solche deutlichen Ergebnisse ausmachen können, zeigt ein Blick auf die Tabelle. Dort stehen die Gallier nur aufgrund des besseren Torverhältnisses im Vergleich zum HC Elbflorenz auf dem zweiten Tabellenplatz. Beide Teams haben 30:10 Punkte auf dem Konto, aber die Balinger weisen ein um 16 Treffer besseres Torverhältnis auf. Das würde auch am Ende der Saison den Ausschlag über Auf- oder Nichtaufstieg geben.
Es waren allerdings nicht nur die Gallier, die am 20. Spieltag ein Zeichen gesetzt haben. Auch der TuS N-Lübbecke versetzte die Handballwelt in Staunen. Die Ostwestfalen, die vor wenigen Wochen noch in akuter Abstiegsgefahr schwebten, haben das Kunststück vollbracht und dem bis dato zu Hause noch ungeschlagenen Tabellenführer Bietigheim beide Punkte abgeknöpft. Spätestens seit Sonntagabend wissen die TuS-Verantwortlichen: Wir haben alles richtig gemacht. Im November zogen sie nämlich die Notbremse und entbanden Trainer Piotr Przybecki nach neun sieglosen Spielen von seinen Aufgaben. Neuer Chefcoach wurde der ehemalige Abwehrchef der Gallier, Davor Dominikovic.
Davor Dominikovic formt den TuS neu
Als der ehemalige Weltmeister (2003) und Olympiasieger (2004) den TuS übernahm, hatten die Nettelstedter gerade einmal sechs Punkte auf dem Konto und damit nur einen mehr als der Tabellenvorletzte Krefeld. Seit November hat sich die Mannschaft bis auf den elften Tabellenplatz vorgearbeitet und den Anschluss an das vordere Mittelfeld hergestellt. „In den Spielen bis zum Ende der Hinrunde hat die Mannschaft viele Gesichter gezeigt. Ich habe aber von der ersten Trainingseinheit an bemerkt, dass die Mannschaft viel Qualität hat“, erklärte Dominikovic. Rückblickend auf den Husarenstreich in Bietigheim wollte Dominikovic allerdings nicht vom besten Spiel seiner Mannschaft sprechen: „Es ist unser bisher größter Erfolg, aber nach meinem Geschmack hatten wir in Hüttenberg und in Dormagen mehr durchgehende Kontinuität. Das hat uns in Bietigheim gefehlt. Da lagen wir nach zwölf Minuten 9:3 zurück.“
Unzufrieden ist der Ex-Gallier mit der bisherigen Heimstärke seiner Mannschaft: „Nur ein Heimsieg in der ganzen Saison ist zu wenig. Das müssen wir ändern.“ Um genau das zu erreichen, hat Dominikovic mit seiner Mannschaft in der Winterpause hart gearbeitet. Nach dem Erfolg in Bietigheim kommt der HBW für die Nettelstedter scheinbar genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Mannschaft zeigt eine steigende Tendenz, die Handschrift des neuen Trainers ist klar erkennbar und das Selbstvertrauen kennt nach dem 31:30-Erfolg beim Spitzenreiter keine Grenzen.
Warnsignal aus Ostwestfalen
Die Gallier sind also gewarnt. Gemeinsam mit Dresden gehören sie zu den Gewinnern des 20. Spieltages. Damit das auch nach dem 21. Spieltag so bleibt, müssen sie am Wiehengebirge in der MERKUR Arena in Lübbecke erneut an ihre Grenzen gehen. Die Hausherren, die sich in der Außenseiterrolle sehen und damit nichts zu verlieren haben, werden alles versuchen, nach dem Tabellenführer auch dem Tabellenzweiten ein Bein zu stellen.













