Vorbericht des HBW-Pressedienstes
Gallier wollen in Nordhorn nachlegen - Härtetest im Euregium

So einfach wie beim deutlichen 35:23-Erfolg im Hinspiel werden es die Grafschafter den Galliern am Sonntag sicher nicht machen. Ganz im Gegenteil: Die HSG kämpft um den Anschluss zur Spitze – und die Revanche für die Schlappe in Balingen dürfte eine zusätzliche Antriebsfeder sein.
Foto: © Thomas Schips
Nach der erfolgreichen englischen Woche mit zwei Heim- und einem Auswärtserfolg haben die Gallier am kommenden Wochenende erneut einen richtig dicken Brocken vor der Brust. Am späten Sonntagnachmittag werden sie von der HSG Nordhorn-Lingen im Euregium in Nordhorn erwartet. Spielbeginn ist um 17 Uhr. Die Partie steht unter der Leitung der beiden Unparteiischen Paul Kijowski und Lukas Strüder (Koblenz / Mainz) aus dem DHB-Bundesligakader.
„Nie satt geworden“ – Matti Flohr lobt den Charakter seiner Jungs
Nach dem 39:24-Kantersieg gegen den HSC 2000 Coburg war HBW-Trainer Matthias „Matti“ Flohr sichtlich zufrieden. Seine Jungs haben das Spiel über 60 Minuten kontrolliert und nie aufgehört, Tempo zu machen. Die Vestestädter konnten dem Druck der Gallier nur bis zum 7:7 (13. Min.) standhalten und das gallische D-Zug-Tempo mitgehen. Danach mussten sie sukzessive abreißen lassen. Zur Halbzeitpause war auf den Anzeigetafeln in der MEY GENERALBAU ARENA bereits ein deutliches 20:13 abzulesen. Auch im zweiten Durchgang konnten die Franken dem Tempo nicht folgen. Mit der 15-Tore-Niederlage waren sie am Ende sogar noch gut bedient. Bei konsequenter Chancenausnutzung durch den HBW hätte es für sie noch schlimmer kommen können. Trotzdem war HBW-Coach Flohr mit seinen Jungs mehr als zufrieden. „Das hat mich sehr gefreut, dass wir uns immer mehr reingesteigert haben und nie satt geworden sind. Dass wir gierig geblieben sind, um unser Torverhältnis zu verbessern. Torverhältnis zeigt Stärke und Charakter“, lobte der HBW-Coach seine Jungs über den grünen Klee.
Es war aber nicht nur die bärenstarke Performance gegen den HSC 2000 Coburg, die Flohr ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Es war der gesamte Verlauf der englischen Woche. Diese hat mit einem Elf-Tore-Sieg (36:25) gegen den VfL Lübeck-Schwartau begonnen und fand ihre Fortsetzung im Spiel beim TuS N-Lübbecke in Ostwestfalen. Dort reichte es zwar nur zu einem knappen 27:25-Erfolg, aber auch damit war der HBW-Coach alles andere als unzufrieden. Lübbecke hatte wenige Tage zuvor dem Tabellenführer aus Bietigheim in dessen eigener Halle die erste Heimniederlage der Saison beigebracht und empfing die Gallier daher mit breiter Brust.
Nur 3:5 Punkte aus den letzten vier Spielen
Ganz so breit wird die Brust der HSG Nordhorn-Lingen vielleicht nicht sein, wenn die Gallier im altehrwürdigen Euregium auftauchen. Von den letzten vier Spielen haben die Niedersachsen nämlich nur das Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV gewonnen. Gegen Eintracht Hagen mussten die Grafschafter eine überraschend deutliche Heimniederlage (21:28) hinnehmen und in Dormagen reichte es nur zu einem 33:33-Unentschieden. Am letzten Spieltag haben sie dem Tabellenführer Bietigheim zwar nichts geschenkt, am Ende mit 32:26 dann aber doch recht deutlich verloren.
Ein Selbstläufer wird das Auswärtsspiel für die Gallier deshalb aber noch lange nicht – ganz im Gegenteil. Wenn die Brust der Grafschafter am kommenden Sonntag vielleicht auch nicht so breit ist wie die des TuS N-Lübbecke, so können die Jungs von Matti Flohr doch davon ausgehen, dass sie im Euregium mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen empfangen werden.
Gefährliches Pflaster: Nordhorn kämpft um den Anschluss
Viele Experten hatten den EHF-Pokalsieger von 2008 zu Beginn der Saison auf dem Favoritenzettel für den Aufstieg in die Beletage des deutschen Handballs. Bis vor wenigen Spieltagen waren die Emsländer auch noch ganz dicht dran an den Aufstiegsplätzen, haben aber aufgrund der letzten vier Spieltage ein wenig an Boden verloren. Dennoch liegen sie nur vier Punkte hinter den Galliern zurück, die derzeit auf Platz zwei der Tabelle stehen. Um nicht noch weiter an Boden zu verlieren, ist ein Sieg gegen den HBW Balingen-Weilstetten allerdings ein unbedingtes Muss.
Die Gallier wissen also mal wieder, was sie erwartet. Sie reisen zwar als Tabellenzweiter nach Nordhorn, sind aber alles andere als in der Favoritenrolle. Im Euregium gilt es mal wieder, 60 Minuten lang um jeden Zentimeter Boden zu kämpfen.













