Der Traum von Köln lebt weiter – Gallier stürmen ins Achtelfinale

Yonni Dayan gab den Takt vor: Mit sechs Treffern und einer überragenden Regie führte der Spielmacher die Gallier ins Achtelfinale.
Foto: Thomas Schips
Der Traum vom LIDL-Final Four in Köln darf beim HBW Balingen-Weilstetten weitergeträumt werden. Mit einer überragenden Leistung auf beiden Seiten des Parketts haben die Gallier die Hürde TSV Hannover-Burgdorf souverän gemeistert. Mit einem hochverdienten 35:28 (15:11)-Erfolg erreichen die Schwaben das Achtelfinale.
Gallier übernehmen nach kurzer Gegenwehr das Kommando
Die Recken aus Niedersachsen, die man mit Blick auf den mit Nationalspielern gespickten Kader eindeutig in der Favoritenrolle sah, mussten schnell feststellen, dass die Trauben in der nicht ganz ausverkauften „Hölle Süd“ in der 2. Runde des DHB-Pokals ziemlich hochhängen. Wie in den zurückliegenden Ligaspielen auch zeigten die Hausherren in der Abwehr unheimlich viel Leidenschaft und vorne ließen sie kaum etwas liegen. Dennoch gelang es der TSV, die 3:2-Führung der Gallier in der achten Spielminute in eine eigene 4:3-Führung umzuwandeln. Die Jungs von Chef-Coach Matthias „Matti“ Flohr hielten aber dagegen und kämpften in der Abwehr um jeden Ball. Nach einem regeltechnisch fragwürdigen Treffer zum 6:5 für die Gäste glich Magnus Grupe postwendend aus. Im Gegenzug unterlief den Recken ein technischer Fehler und Mannschaftskapitän Tobias Heinzelmann brachte die Hausherren in der 15. Spielminute wieder mit 7:6 in Führung.
Cupara und die Gallier lassen Hannover verzweifeln
Ab jetzt gaben die Gallier die Partie nicht mehr aus der Hand. Der mit 13 (!) Paraden überragende HBW-Keeper Vladimir Cupara entschärfte ein Geschoss von Nationalspieler Sebastian Heymann und im Gegenzug erhöhte Magnus Grupe für den HBW auf 8:6. Nach knapp 20 Minuten im ersten Durchgang sah TSV-Trainer Juan Carlos Pastor Handlungsbedarf. Georg Pöhle hatte die Hausherren mit 10:7 in Führung gebracht und der TSV-Coach drückte den Auszeitbuzzer. Nationalspieler Justus Fischer gelang anschließend der Treffer zum 10:8, aber beeindrucken ließen sich die Jungs von Matti Flohr davon nicht – ganz im Gegenteil! Nach einer erneut starken Parade von Cupara erhöhte Magnus Grupe auf 14:10 und mit 15:11 ging es in die Kabinen zur Halbzeitpause.
Auch nach der Halbzeitpause war für den TSV-Angriff immer wieder Endstation Vladimir Cupara. Was das HBW-Bollerwerk nicht wegverteidigen konnte, wurde oftmals eine Beute des Balinger Keepers. Es dauerte fünf Minuten, bis die TSV zum ersten Mal im zweiten Durchgang erfolgreich war. Per Strafwurf konnten die Gäste auf 18:12 verkürzen. Die Hausherren machten aber weiter Druck und beim 24:17 von Kapitän Heinzelmann nahm die TSV die nächste Auszeit. Mit dem siebten Feldspieler versuchte der TSV-Trainer, der Partie nochmals eine Wende zu geben – vergeblich. Egal, wer beim HBW auf der Platte stand – die Gallier hatten immer eine Antwort auf die taktischen Umstellungen der Niedersachsen.
Gallier bleiben auch in der Crunchtime souverän
Cupara nagelte seinen Kasten weiter zu und vorne trafen die Hausherren fast nach Belieben. Die Gäste konnten versuchen, was sie wollten, sie schafften es einfach nicht, den Balinger Vorsprung nochmals zu verkürzen. Mit einem Sieben-Tore-Vorsprung des HBW ging es Richtung Crunchtime und im Gegensatz zu den zurückliegenden Ligaspielen blieben die Hausherren im Pokalfight stabil. Als Yontan Dayan in der 52. Spielminute mit einem Doppelpack sogar auf 30:22 erhöhte und Sekunden später Tobias Heinzelmann auf 31:22 erhöhte, war mehr als nur eine Vorentscheidung gefallen. Dem hochkarätig besetzten TSV-Kader drohte sogar ein Debakel. Das konnten Renars Uscins und Co. gerade noch so abwenden, aber nach dem Schlusspfiff gehörte für die Recken der DHB-Pokal der Geschichte an.
Die Mannschaften
HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Vladimir Cupara 1 (TW); Elias Huber 1, Magnus Grupe 3, Bennet Strobel 1, Merlin Fuß 4, Mischa Locher, Till Wente 2, Lars Bänsch, Elias Fügel, Tobias Heinzelmann 6, Sascha Pfattheicher 4/4, Yonatan Dayan 6, Lion Zacharias 2, Georg Pöhle 4, Stefan Bauer 1;
TSV Hannover-Burgdorf: Simon Gade, Joel Birlehm (TW); Levi Fielitz, Vilhelm Poulsen 2, Renars Uscins 2, Sebastian Heymann 1, August Pedersen 5/3, Marian Michalczik 2, Kjell Kothe 1, Jonathan Edvardsson, Lukas Stutzke, Sigvaldi Gudjonsson, Justus Fischer 8, Daniel Weber 2
