Spielbericht von Joachim Hausmann
JUNG-GALLIER BEWEISEN NACH DEBAKEL-START VIEL MORAL

Seine Tore brachten die Spannung zurück: David Selinka war ein Schlüsselfaktor für die starke Moral der Jung-Gallier in der Schlussphase.
Foto: HBW
Am Ende hat es erneut nicht ganz gereicht. Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II musste sich im Auswärtsspiel beim TSB Heilbronn/Horkheim knapp mit 35:37 (13:17) geschlagen geben. Für die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann war das allerdings mehr als nur ein Achtungserfolg – nach schier aussichtslosem Rückstand wäre sogar fast noch ein Punktgewinn möglich gewesen.
Fehlstart und Aufholjagd
Doch letztlich blieb den Jung-Galliern wieder einmal nur das Schulterklopfen für ein Musterbeispiel an Mentalität und Moral – die Punkte blieben bei den gastgebenden „Hunters“. Die hatten gehörig unter Druck gestanden, und man sah vom Anpfiff weg, dass sie den Turnaround wollten. Und während Horkheim Angriff auf Angriff zu Toren nutzte, glänzten die jungen Balinger in der Anfangsphase vor allem mit Fehlern, falschen Entscheidungen und überhasteten Abschlüssen. Und so schien sich ein beispielloses Debakel anzubahnen – nach 16 Minuten führte Horkheim nach einem 7:0-Lauf mit 12:3. Doch der HBW II berappelte sich und hielt nun besser dagegen. Stück für Stück dampften die Gäste den Rückstand ein, weil sie die Fehlerquote reduzierten und besser ins Tempospiel kamen. Dazu bekam nun auch Magnus Bierfreund ein paar Bälle zu fassen. Die Halle verstummte, und nach dem 16:12 bestand sogar die Chance, auf minus drei zu verkürzen. Doch die Horkheimer waren präsent und hielten den Vorsprung bis zur Pause.
Selinka und Bessel bringen Spannung zurück
Nach der Pause stockte der HBW-Motor erneut. Weniger als drei Minuten waren gespielt, da stellte Niklas Roth auf 21:15 für den heimischen TSB. Sollte auch der zweite Abschnitt einen Verlauf wie der erste nehmen? Diesmal besannen sich die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann früher auf ihre Fähigkeiten und konnten den Rückstand in Grenzen halten. Näher heran kamen sie zunächst aber auch nicht, denn die Gastgeber spielten ihre Angriffe regelmäßig bis an die Grenze des Zeitspiels und verwandelten routiniert ihre Chancen. So schien das Spiel dann beim 28:21 eine Viertelstunde vor Schluss entschieden. Doch es kam anders: Die Jung-Gallier kamen zurück, auch weil Spielmacher David Selinka jetzt ins Rollen kam. Zudem nahm der eingewechselte Oskar Bessel den Hunters einige Freie von außen weg. Und so ging es mit „nur noch“ minus vier in die Crunchtime. Bei der offenen Manndeckung hatten die Jung-Gallier klare Vorteile im Parteiball – und Selinka hielt mit vier Toren aus dem Rückraum die Spannung aufrecht. Doch Horkheim nutzte die sich bietenden Räume kaltschnäuzig; der finale Siebenmeter von Florian Bernhard zum 37:35 hatte nur noch kosmetischen Charakter.
Micha Thiemann lobt die Moral
Micha Thiemann zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt und der Moral seines Teams nach dem desaströsen Start: „So einen Start dürfen wir uns in der Liga nicht erlauben, da hat alles gefehlt. Es war das Gegenteil dessen, was wir uns vorgenommen hatten. Umso mehr zeigt sich, dass die Mannschaft absolut intakt ist. Wir haben uns zurückgekämpft und Horkheim hinten raus nochmal richtig in Bedrängnis gebracht. Am Ende waren es einfach zu viele Fehler, die uns die Punkte gekostet haben.“
Spielfilm: 5:3, 12:3, 14:10, 17:13 – 21:15, 25:20, 34:29, 37:35
HBW Balingen-Weilstetten II: Bessel, Bierfreund; Gaugisch (2), van Vliet (5), Römer (4), Henselek, Bernhard (2/1), Bänsch, Banzhaf (2), Mann, Selinka (9), Friederich (1), Wehrli (2).