Spielbericht von Joachim Hausmann

Ein Punkt mit ganz bitterem Beigeschmack

Eine torlose Viertelstunde kostete Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II den sicher geglaubten Heimsieg gegen die SG Pforzheim/Eutingen. In einem kuriosen Spiel mussten sich die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann letztlich mit einem 26:26 (17:11) zufriedengeben. Dennoch steht der erste Punkt in den Büchern.

Einen Punkt geholt gegen ein Schwergewicht der Liga, doch es fühlte sich am Ende eher wie eine Niederlage an. Zu überzeugend war der Auftritt der Jung-Gallier, zu deutlich führten sie gegen die routinierten Gäste – 45 Minuten lang. Dann der unerklärliche Einbruch: Dem HBW II gelang nur noch ein Treffer, man lud den Gegner förmlich zur Aufholjagd ein. Was war da nur passiert?

Bierfreund bringt die Jung-Gallier auf Kurs

Angeführt vom überragenden Keeper Magnus „Bierchen“ Bierfreund, der im ersten Durchgang nicht nur eine Weltklasse-Quote von nahezu 50 Prozent erreichte, sondern auch selbst zwei Tore erzielen konnte, zogen die Jung-Gallier unnachahmlich davon. Nach verteiltem Beginn zündete der HBW II den Turbo. Aus 1:2 wurde innerhalb einer guten Viertelstunde ein 11:6. Bierfreund vernagelte zeitweise sein Tor, vorne zog David Selinka klug die Fäden und traf auch selbst. In der Endphase der ersten Hälfte konnte Eutingen besser dagegenhalten, doch der Schlusspunkt zum 17:11 blieb dem HBW II in Gestalt von Laurin Friederich vorbehalten.

Nach dem 22:14 folgt der unerklärliche Einbruch

In der zweiten Halbzeit ging es zunächst genauso weiter. Wie aus einem Guss ließen die jungen Balinger den Ball laufen und fanden immer wieder die Lücken in der robusten Gästeabwehr. Kaum vier Minuten waren verstrichen, da traf Lars Bänsch zum 22:14. Der Drops war gelutscht, glaubten alle in der Halle.

Doch sie hatten ihre Rechnung ohne den Taktikfuchs auf der Gästebank gemacht. Alexander Lipps stellte die Abwehr um und ließ offensiver verteidigen. Gleichzeitig begann wohl beim HBW II das Kopfkino, verrückt zu spielen. Zudem wurde nun der zweite Torwart der Gäste zum Faktor: Paul Siegl übernahm die Rolle des Spielverderbers von Magnus Bierfreund.

Nach dem 25:19 durch Regisseur Selinka gelang den Jung-Galliern sage und schreibe zwölf Minuten kein einziges Tor. Und das lässt sich eine Mannschaft wie die SG nicht entgehen. Jugendnationalspieler Finn Meißner gelang in der 58. Minute tatsächlich der Ausgleich zum 25:25, ehe Denis Milosavljevic vom Kreis die Balinger Torflaute beenden konnte.

Nach dem erneuten Ausgleich durch Routinier Julian Broschwitz hatten beide Mannschaften noch einmal die Chance, den Siegtreffer zu erzielen. Doch es blieb beim Unentschieden, ebenso wie der fade Beigeschmack, eine riesengroße Chance ausgelassen zu haben.

Thiemann sieht eine starke Leistung über 45 Minuten

Micha Thiemann war zufrieden mit dem Auftritt seines Teams – über 45 Minuten: „Es sind gemischte Gefühle. Ich bin stolz auf eine sehr dominante erste Halbzeit gegen ein sehr starkes Team. Natürlich ist es ärgerlich, dass wir aus dem Saisonstart zu wenig Punkte geholt haben. Wir machen vermeidbare Fehler, haben noch nicht die Reife wie andere Drittligisten mit mehr Erfahrung. Jetzt gilt: Mund abputzen und weitermachen. Die Leistung war absolut in Ordnung, am Ende lief es etwas unglücklich.“

 

Spielfilm: 2:2, 7:3, 11:8, 17:11, – 20:12, 23:15, 25:19, 26:26

HBW Balingen-Weilstetten II: Bessel, Bierfreund (2); Gaugisch, van Vliet (1), Römer, Bernhard (6/1), Milosavljevic (2), Bänsch (4), Banzhaf, Mann (2), Selinka (6), Friederich (3), Wehrli.

 

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