Spielbericht von Joachim Hausmann

DIE REALITÄT HAT DIE JUNG-GALLIER WIEDER

Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II hat das Derby bei der HSG Konstanz verdient mit 28:33 verloren. Es war ein mehr als gebrauchter Abend für die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann, die über 60 Minuten nicht in Schlagdistanz zu Punkten kamen. Zu allem Überfluss verloren die Jung-Gallier bereits nach knapp zwei Minuten ihren niederländischen Linkshänder Daan van Vliet, der sich eine Ellenbogenverletzung zuzog.

Geprägt war das Spiel vom Anpfiff weg von Fehlern auf beiden Seiten, der Kampf bestimmte das Geschehen.

Früher Verletzungsschock und Rückstand zur Pause

Die ersten beiden Tore erzielte der Konstanzer Shooter Lars Michelberger, während die Jung-Gallier bereits in der Anfangsphase in HSG-Keeper Adam Studentkowski ihren Meister fanden. Schon der allererste Angriff hielt für den HBW II den größten Schock bereit: Daan van Vliet brach über halbrechts durch und kam im Kreis zu Fall. Er wand sich vor Schmerzen, das Spiel war für ihn nach 1:52 Minuten vorbei – und endete nach Mitternacht im Konstanzer Krankenhaus.

Der Schock lähmte seine Mitspieler, Konstanz zog schnell auf 7:3 davon. Michel Stotz hatte vom Kreis getroffen. Doch die jungen Balinger rappelten sich auf und kamen wieder heran. Mitte der ersten Hälfte hoffte der mitgereiste Anhang nach Florian Bernhards Treffer zum 10:9 per Strafwurf auf die Wende. Die routinierten Gastgeber reagierten gelassen, loteten die Linie der Schiedsrichter konsequent aus und hatten mit Studentkowski weiterhin einen großen Rückhalt. Ex-Gallier Aron Czako stellte per Doppelschlag auf 16:11. Mit 17:13 ging es in die Pause.

Nach der Pause fehlen die Lösungen

Nach Wiederanpfiff blieb die Aufholjagd der Jung-Gallier in den Startlöchern stecken. Spielmacher Philipp Hlawatsch traf für Konstanz, bei den Gästen schien der Glaube an ein Comeback schon früh zu schwinden. Gegen die offensive Konstanzer Deckung fand der HBW II kein Mittel. Auch der Versuch mit vier Rückraumspielern lief ins Leere.

Dazu kamen eine schlechte Wurfauswahl, viel Krampf und Einzelaktionen, die immer wieder in der robusten Deckung strandeten. Die Jung-Gallier machten es den Südbadenern in dieser Phase zu einfach und kamen nicht mehr in Schlagdistanz. Zwischenzeitlich drohte die Niederlage deutlich höher auszufallen, doch die Moral war intakt. Mit dem Mut der Verzweiflung hielt der HBW II dagegen und hielt das Ergebnis noch im Rahmen. Am Ende stand jedoch der hochverdiente 33:28-Erfolg für die HSG.

Die Jung-Gallier müssen Spiel und Ergebnis abhaken, ehe es mit einem Heimspiel-Doppelpack gegen die beiden Erlanger Teams weitergeht.

Thiemann sieht verdiente Niederlage

Micha Thiemann zeigte sich unzufrieden und enttäuscht: „Die Niederlage ist verdient. Wir wussten, was auf uns zukommt – und haben doch keine Lösungen gefunden. Wir kommen dann zwar mehr und mehr rein und bewegen uns vorne besser, aber werfen leider einfach nicht gut genug. Wir hatten keinen Spieler voll im Spiel drin, weil Konstanz das dann wirklich gut verteidigt hat.“

Spielfilm: 7:3, 9:8, 15:11, 17:13 – 22:16, 25:18, 30:23, 33:28

HBW Balingen-Weilstetten II: Bessel, Bierfreund; van Vliet, Römer (2), Bernhard (6/5), Strobel (5), Bänsch (2), Banzhaf (1), Mann (4), Selinka (1), Friederich, Wehrli (5), Nyesö (2).