Spielbericht von Joachim Hausmann
Knapp vorbei trotz starker Moral

Kreisläufer Denis Milosavljevic war angeschlagen, stellte sich aber dennoch in den Dienst der Mannschaft
Foto: © HBW
Zwei unterschiedliche Halbzeiten brachten den Jung-Galliern keine Punkte. Denkbar knapp musste sich Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II in Pforzheim geschlagen geben. Beim Tabellenfünften lagen die Schützlinge von Trainer Micha Thiemann zwischenzeitlich bereits deutlich zurück, am Ende wäre beim 27:26 (17:13) sogar noch ein Punktgewinn möglich gewesen.
Improvisation mit Charakter
Ein ungewöhnlicher Kader nahm die „Mission Auswärts“ in Angriff: ein (angeschlagener) Kreisläufer, vier Rückraumspieler und fünf Außen. Es musste improvisiert werden. Die ständig wechselnden Formationen machten ihre Sache jedoch gut und ließen den Favoriten nicht wegziehen. Nach zwölf Minuten traf Louis Mann zum 6:5.
Doch allzu häufig unterliefen den jungen Balingern technische Fehler, zudem wurden alle drei Siebenmeter verworfen. Auf Pforzheimer Seite stand immer wieder Torhüter Adam Studentkowski im Weg, auf Balinger Seite kam Nikolas Hajdu für Magnus Bierfreund. Mit zunehmender Spieldauer gelang es der SG, ein kleines Polster von fünf Toren anzulegen, David Selinka konnte für den HBW II zum 17:13 verkürzen.
Aufholjagd kommt zu spät
Nach der Pause zunächst das gleiche Bild: Beim 22:16 sah es nach einem deutlichen Heimsieg aus. Doch die gerupften Jung-Gallier gaben nicht auf. Ein Dreierpack von Louis Mann startete die Aufholjagd, Kalle Gaugisch traf wenig später gar zum 22:20.
Hinten konnte sich Nikolas Hajdu ein ums andere Mal auszeichnen, inklusive eines gehaltenen Strafwurfs. Doch es war wie verhext: Näher heran sollte der HBW II nicht kommen. Pforzheims Routinier Julian Broschwitz behielt in der Crunchtime die Übersicht, erst in den Schlussminuten wurde es noch einmal ganz eng. Daan van Vliet verkürzte tatsächlich zum 26:25, auch das 27:25 konterte Mischa Locher per Strafwurf. Doch es reichte nicht mehr, die Goldstädter brachten den knappen Vorsprung über die Ziellinie.
HBW-Coach Micha Thiemann zog enttäuscht Bilanz: „Wieder einmal bekommen wir Lob, wieder einmal stehen wir mit leeren Händen da. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, die Mannschaft war stark dezimiert. Die Hypothek der ersten Hälfte war zu groß, wir haben zu spät bemerkt, dass hier etwas zu holen war. In der zweiten Hälfte haben wir nur zehn Tore zugelassen, am Ende hat nur eine Kleinigkeit gefehlt.“
Spielfilm: 5:2, 6:5, 12:10, 17:13 – 20:14, 22:16, 25:23, 27:26
HBW Balingen-Weilstetten II: Bierfreund, Hajdu; Gaugisch (2), van Vliet (3), Römer (1), Henselek, Eisele (4/1), Milosavljevic (1), Banzhaf, Locher (5/1), Mann (7), Selinka (3).












