Vorbericht von Joachim Hausmann

Willstätt kommt mit neuem Schwung und neuem Trainer

Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II konnte seine Erfolgsserie auch in Erlangen ausbauen, im Duell der Nachwuchsmannschaften siegten die Jung-Gallier sicher mit 27:23. Am Sonntag wird der TV Willstätt in Balingen erwartet. Und trotz der recht eindeutigen Tabellenkonstellation ist die Aufgabe gegen das Kellerkind aus der Ortenau durchaus anspruchsvoll, denn der Gegner braucht jeden Punkt für den Klassenerhalt. (Sonntag, 17 Uhr, SparkassenArena Balingen).

Zudem zeigen die Südbadener in der Rückrunde ein völlig anderes Gesicht als noch im Sommer. Willstätt hat turbulente Wochen hinter sich: Seit dem Jahreswechsel steht ein neuer, alter Trainer an der Seitenlinie - mit dem Schweden Ole Andersen haben die Verantwortlichen einen ganz erfahrenen Coach verpflichten können, der mit der SG Köndringen/Teningen über viele Jahre eine feste Größe der Liga gewesen ist. Und mit ihm kehrte auch der Erfolg zurück in die Ortenau: Unterm Strich stehen für den Willstätter Comeback-Coach nun vier Punkte aus vier Spielen. „Man ist als Trainer nie zufrieden. Ich hätte lieber fünf oder sechs Punkte gehabt“, gesteht Andersen. Viel wichtiger sei ihm aber die Entwicklung der Mannschaft. „Der Fokus liegt für mich darauf, dass wir in den letzten Wochen sehr engagiert gearbeitet haben. Es läuft noch nicht alles rund, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Vergangene Woche gelang mit dem Sieg gegen Schlusslicht Blaustein dann auch der Sprung auf den rettenden 12. Platz – und den will Andersen mit seiner Mannschaft natürlich auch in der Hölle Süd unbedingt verteidigen.

HBW-Trainer André Doster hat großen Respekt vor Andersens „neuem“ TVW. “Das ist eine ganz andere Mannschaft als in der Hinrunde.” Weil der neue Trainer für Schwung gesorgt hat und für “deutlich mehr Aggressivität in der Abwehr”. Aber auch, weil der vor der Winterpause verpflichtete Bosnier Petar Bubalo, ein wurfgewaltiger Rückraumspieler mit gutem Auge, “mehr individuelle Qualität” ins Team gebracht hat. Dessen Kader nominell ohnehin deutlich stärker ist, als es der Tabellenplatz aussagt. Variabel in der Abwehr und im Angriff mit zwei treffsicheren Halbspielern, ist es schwer auszumachen, wie das Team auftreten wird. Mit dem quirligen Rückraummittespieler Daniel Schliedermann, dem jüngsten Bruder von Bundesligaspieler Marcel Schliedermann, ist der Rückraum ebenso variabel wie auch schlagkräftig aufgestellt. Dazu gezielte Neuzugänge vor der Saison wie Adrian Fritsch – der drittligaerfahrene Sohn des Sportlichen Leiters war aus Oftersheim/Schwetzingen gekommen – und nun eben Bubalo, der früher schon für Hüttenberg in der 2. Liga am Ball war. „Mit Akteuren wie Felix Gäßler, Daniel Schliedermann oder auch Regis Matzinger sind die Südbadener personell recht stark bestückt, bleiben aber seit Jahren hinter ihren Möglichkeiten“, so Doster. Um anschließend aber mahnend den Finger zu heben: „Wir müssen trotz der Favoritenrolle, die wir sicher nicht wegdiskutieren können, auf jeden Fall vom Anpfiff weg hellwach auftreten.“ So wie in Erlangen, wo „Einstellung und Teamspirit ganz toll“ gewesen sind. Zudem „haben wir beim Gegenstoßkonzept einen großen Schritt nach vorn gemacht“, und auch gegen Willstätt soll die Mannschaft kompakt und aggressiv verteidigen. Dann sollte die Serie der letzten Erfolge weiter ausgebaut werden können.

Die Kadersituation ist unverändert, die Spieler sind bis auf kleinere Blessuren alle fit. Julian Thomann und Niklas Diebel, die in Erlangen noch hatten aussetzen müssen, sowie Jan Bitzer mussten unter der Woche etwas kürzertreten, sollten aber bis Sonntag wieder fit werden. Die A-Jugendlichen bestreiten ihr richtungsweisendes Bundesligaspiel zeitgleich in Gummersbach, von ihnen wird keiner gegen Willstätt dabei sein.

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