Vorbericht von Joachim Hausmann

Jugend forsch auf Top-Level

Nach dem überzeugenden Sieg gegen Pforzheim steht den Jung-Galliern bereits das nächste Heimspiel ins Haus: Mit den Rhein-Neckar Löwen II kommt der aktuelle Tabellenzweite zum Spitzenspiel in die Balinger SparkassenArena. Für Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten II geht damit der Reigen der Vergleiche auf höchstem Niveau nahtlos weiter. Gelingt es auch gegen den Nachwuchs des Deutschen Meisters, die makellose Heimbilanz von elf Siegen aus elf Spielen weiter auszubauen? (Samstag, 19.30 Uhr, SparkassenArena Balingen)

Das wird kein leichtes Unterfangen, wie schon das Hinspiel gezeigt hat. Beim deutlichen 35:29 bekam der HBW II die Stärken des Konkurrenten gnadenlos vorgeführt. Damals war man mit dem allerletzten Aufgebot und nur acht Feldspielern angereist, hatte lange gut mitgehalten, um am Ende doch klar den Kürzeren zu ziehen. Doch das war in einer Phase, als dem Doster-Team auswärts rein gar nichts gelingen wollte. Inzwischen hat sich das Team um Kapitän Julian Thomann gefunden und die Liga von hinten aufgerollt. Die Serie von 12:2 Punkten seit Dezember spricht eine deutliche Sprache.

Die Ausgangsposition ist diesmal eindeutig, beide Mannschaften sind punktgleich, liegen nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Kornwestheim auf den Plätzen zwei und drei der 3. Liga. Beide Teams dürfen nicht aufsteigen und haben als Kernaufgabe, junge Spieler auszubilden und an die Profis heranzuführen. Entsprechend ist auch die Kadersituation regelmäßig ungewiss. Beim HBW sind es die Spieler, die in den Bundesligakader aufrücken, wie aktuell Lukas Saueressig und auch René Zobel; bei den Löwen fehlen oftmals Pascal Kirchenbauer und Maximilian Haider, die per Zweitspielrecht immer wieder für die Eulen aus Friesenheim in der Bundesliga ihre Einsätze bekommen. Und weil zudem auch beide Teams derzeit von Verletzungen und Krankheiten regelrecht heimgesucht werden, darf mit Spannung erwartet werden, wen die beiden Trainer André Doster und Michel Abt tatsächlich auf die Platte schicken können. Bei den Löwen hat sich Spielmacher Maximilian Trost beim 23:24 vor Wochenfrist in Pfullingen einen Kreuzbandriss zugezogen, er wird sicherlich nicht nur als bester Torschütze mit bislang 105 Treffern schmerzlich vermisst werden. Den Jung-Galliern werden neben den Leihgaben an die Profis weiterhin auf die beiden Langzeitverletzten Fynn Beckmann und Nick Ruminsky fehlen, zudem ist der Einsatz des grippekranken Moritz Strosack fraglich. So werden die beiden A-Jugendlichen Dennis Fuoss und Moritz Schmidberger in den Kader aufrücken.

André Doster freut sich auf Kräftemessen mit den Kurpfälzern: „In der Vergangenheit waren das oft ganz enge Spiele, unabhängig von der Tabellenkonstellation. Es ist immer etwas Besonderes, wenn die beiden Nachwuchsteams aufeinandertreffen. Die Löwen haben vor allem quirlige Außenspieler, sind in ihrem Auftreten unheimlich variabel. Das wird nicht einfach.“ Nicht zuletzt auch, weil die letzten Wochen an ein geregeltes Training kaum zu denken war. Durch die eigenen Personalprobleme und dazu die Ausfälle bei der ersten Mannschaft mussten viele Perspektivspieler aufrücken: „Wir trainieren zurzeit eigentlich nie in kompletter Stärke.“ Umso höher sind die glänzenden Ergebnisse der vergangenen Wochen einzuschätzen. Deshalb ist man im Lager der Jung-Gallier zuversichtlich, diese hohe Hürde ebenfalls in bewährter Manier meistern zu können: „Ich bin auch ganz entspannt, weil ich weiß, dass sich bei uns jeder bis zum Schluss reinhängt“, weiß Doster um die Stärken seiner Mannschaft.

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