Rückblick auf den S-Cup in Altensteig

LEHRREICHE ERKENNTNISSE UND DIE NEUE ERSTLIGA-REALITÄT BEIM S-CUP

Drei Spiele in drei Tagen, schweißtreibende Temperaturen in der Altensteiger Eichwaldhalle und ein hochkarätiges Teilnehmerfeld: Beim traditionsreichen S-Cup im Schwarzwald erhielten die Gallier reichlich Gelegenheit, den aktuellen Stand der Vorbereitung auf Herz und Nieren zu prüfen. Am Ende belegte der Bundesliga-Aufsteiger nach zwei lehrreichen Duellen gegen künftige Ligarivalen den vierten Platz – und nimmt wertvolle Erkenntnisse mit auf den Weg Richtung Saisonstart.

Souveräner Auftaktsieg gegen Bern

Den Auftakt ins Turnier gestaltete der HBW noch erfolgreich. Im Duell mit dem Schweizer Erstligisten BSV Bern benötigte die Mannschaft allerdings etwas Anlaufzeit, um ihren gewohnten Rhythmus zu finden. Auch nach dem Seitenwechsel verlief der Start zunächst etwas holprig, da im Angriff einige hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt blieben und die Eidgenossen bis auf vier Treffer verkürzen konnten. In der Schlussphase zogen die Balinger die Zügel jedoch spürbar an. Mit ihrem gewohnt hohen Tempo aus einer stabilen Abwehr heraus sicherten sie sich am Ende mit einem deutlichen 38:28-Erfolg verdient das Halbfinalticket.

Lehrstunde im Schwabenderby

Im Halbfinale wartete mit Frisch Auf! Göppingen das erste echte Erstliga-Kaliber. Der Altmeister brachte von Beginn an viel Physis sowie Tempo auf die Platte und bestrafte gegnerische Fehler konsequent. Der HBW erwischte einen schweren Start, lief früh einem Rückstand hinterher und schwächte sich durch eine unzureichende Chancenverwertung – darunter sechs vergebene Siebenmeter – selbst. Zwar kämpften sich die Gallier im Verlauf der Partie immer wieder heran, konnten die Lücke gegen die physisch starken Göppinger jedoch nicht mehr entscheidend schließen. Am Ende stand eine deutliche 26:33-Niederlage.

Nach der Partie ordnete HBW-Geschäftsführer Axel Kromer das Resultat sachlich ein: „Gratulation an Frisch Auf!. Wir haben nach über sechs Monaten mal wieder ein Handballspiel verloren. Wir werden heute dennoch dasselbe tun wie bisher: analysieren und schauen, was wir besser machen können.“ Auch Trainer Matthias Flohr betonte im Rückblick, wie wertvoll diese lehrreiche Erfahrung für den Lernprozess seiner Mannschaft sei – gerade beim Vorhaben, sich an das deutlich höhere Tempo und die körperliche Präsenz im Oberhaus anzupassen. Zudem nehme das Team aus dem Schwarzwald die Erkenntnis mit, dass die Konkurrenz den Aufsteiger keineswegs unterschätze und von Beginn an mit voller Intensität fordere.

Kräfteverschleiß im Spiel um Platz drei

Im abschließenden Spiel um Platz drei gegen den HC Erlangen zeigte die Mannschaft zunächst die geforderte Reaktion. Eine Halbzeit lang begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe: Der HBW stand defensiv stabiler, überzeugte im Torhüterspiel und ging mit einem knappen 17:18-Rückstand in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel machte sich das kräftezehrende Wochenende allerdings deutlich bemerkbar. Nach zwei, drei schnellen Gegentreffern der Franken fehlten die Frische und Konzentration, um den Rückstand wieder zu verkürzen. Gleichzeitig wurden Ballverluste im Angriff vom HCE eiskalt bestraft. Erlangen baute den Vorsprung sukzessive aus und feierte am Ende einen verdienten 37:29-Erfolg.

HBW-Geschäftsführer Axel Kromer nach dem Spiel: „In der zweiten Halbzeit konnten wir unsere Möglichkeiten nicht mehr abrufen und hatten im Angriff zu viele Ballverluste. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen, und das werden wir bis zum Saisonbeginn intensiv tun.“

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der Mannschaft um Kapitän Tobias Heinzelmann ohnehin nicht. Bereits am kommenden Donnerstag wartet im Testspiel gegen den TVB Stuttgart die nächste Erstliga-Standortbestimmung.

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