HBW schlägt TVB Stuttgart knapp

Gallier zittern sich ins Finale des BGV Handball Cup

Der HBW Balingen-Weilstetten steht im Finale des BGV Handball Cup 2020. In einem spannenden Halbfinale schlugen die Gallier den TVB Stuttgart mit 27:26 (15:12). Dabei machte es die Mannschaft von Trainer Jens Bürkle am Ende noch einmal spannend, lagen sie doch zwischenzeitlich mit acht Toren vorne. Dennoch war es über weite Strecken des Spiels eine überzeugende Vorstellung der Balinger, die nun im Finale auf die Rhein-Neckar Löwen treffen.

Die Gallier mussten für das Spiel auf die verletzten Kreisläufer Marcel Niemeyer und Fabian Wiederstein sowie Rückraum-Shooter Jona Schoch verzichten. Dafür rückten unter anderem Tobias Heinzelmann und Lars Röller aus dem Perspektivkader nach. Die Stuttgarter konnten weitestgehend aus dem Vollen schöpfen, mussten aber dafür ohne ihren Cheftrainer Jürgen Schweikardt (Quarantäne) auskommen.

Von Beginn an war es ein umkämpftes Halbfinale. Direkt in der ersten Aktion musste Balingens Abwehrchef Romas Kirveliavicius mit einer Zeitstrafe vom Feld, auf der anderen Seite erzielte der HBW seine ersten beiden Treffer per Siebenmeter. Beide Abwehrreihen spielten konzentriert, wodurch schnelle Tore in den ersten Minuten nicht zustande kamen. Nach 12 Minuten standen jeweils vier Tore auf der jeweiligen Habenseite.

Das Spiel blieb auch in der Folge ausgeglichen, allerdings fanden jetzt die Angriffsreihen häufiger gute Möglichkeiten, die gegnerische Abwehr zu überwinden. Stuttgart konnte immer wieder vorlegen, die Gallier jedoch zogen stets nach. So konnte keines der beiden Teams sich einen wirklichen Vorteil herausspielen. Nach etwa 18 Minuten schlug das Pendel dann jedoch etwas in Richtung der Balinger aus. Dank einer weiterhin starken Abwehr und schnellen Tempo-Gegenstößen, häufig über Linksaußen Tim Nothdurft, gelang dem HBW in der 19. Minute beim 8:9 die erste Führung der Partie. Und es kam aus HBW-Sicht noch besser! Nach einem erneuten Fehlwurf des TVB tauchte Lars Röller plötzlich frei am Kreis auf und blieb vor Nationaltorwart Johannes Bitter eiskalt. Beim Stand von 8:10 in der 20. Minute nahm Schweikardt-Vertreter Karsten Schäfer die erste Auszeit des Spiels.

Die Ansprache verpuffte allerdings erstmal, der HBW blieb in der Abwehr konsequent und gab Stuttgart kaum Möglichkeiten, sich im Angriff zu entfalten. Vorne nutzte die Bürkle-Sieben ihre Chancen weiter effektiv, wodurch sich die Gallier in der 26. Minute auf 8:13 absetzen konnten.

Stuttgart jedoch fand kurz vor der Pause nochmal zurück ins Spiel, erzielte einige schnelle Tore und konnte den Rückstand bis zum Halbzeitpfiff noch auf 12:15 verkürzen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahm das Spiel schnell an Fahrt auf, auch weil der TVB seine Abwehr nun etwas offensiver agieren ließ. TVB-Torhüter Bitter kam ebenfalls deutlich stärker aus der Pause. Zunächst blieb dies aber ohne Auswirkung, da auch sein Gegenüber Mike Jensen, zur Halbzeit eingewechselt, direkt mit mehreren Paraden glänzen konnte. So fielen die ersten Tore im zweiten Durchgang erst nach 34 Minuten. Der HBW konnte seinen Vorsprung in dieser Phase verteidigen und in der 39. Minute in Überzahl und durch einen Doppelschlag ins leere Tor sogar noch weiter ausbauen – 15:22. Als Vladan Lipovina dann sogar auf 15:23 erhöhte, zog Stuttgart die Reißleine und nahm in der 40. Minute die zweite Auszeit.

Diese Spielunterbrechung gab dem Spiel nun eine entscheidende Wendung.  Stuttgart konnte die Angriffswellen des HBW nun häufiger ausbremsen und in Überzahl durch einen 3:0-Lauf in der 45. Minute den Rückstand verkürzen – nur noch 18:23. Erst Gregor Thomann konnte den Lauf per Siebenmeter unterbrechen. Da sich der HBW auch danach schwer tat, nahm HBW-Coach Jens Bürkle seinerseits die Auszeit.

Diese trug jedoch nur kurz Früchte, Stuttgart nutzte einige Unachtsamkeiten im Balinger Spiel aus, konnte in der 55. Minute bis auf 25:27 verkürzen und spielte sich nun in einen kleinen Rausch. Die letzten Minuten der Partie waren nun an Spannung kaum zu überbieten. Stuttgart drängte auf den Ausgleich, der HBW warf sich nun mit allen noch verfügbaren Mitteln dagegen. Letztlich sollte dem TVB nicht mehr als der Anschlusstreffer gelingen. Durch den 26:27-Sieg zieht der HBW ins Finale ein und trifft dort am Sonntag, 13. September, 13:15 Uhr, auf die Rhein-Neckar Löwen, zu sehen live im SWR-Fernsehen.

Die Löwen setzten sich im ersten Halbfinale souverän mit 34:21 (19:14) gegen FRISCH AUF! Göppingen durch und zeigten dabei eine bärenstarke Leistung. Angeführt von einem starken Andreas Palicka im Tor und dem wiedergenesenen Andy Schmid auf der Spielmacher-Position war der Sieg für die Mannheimer nie gefährdet. Göppingen trifft nun am Sonntag im Spiel um Platz 3 auf den TVB Stuttgart.

Bereits früher am Tag sicherte sich die SG BBM Bietigheim mit dem 29:26 (11:11) – Sieg gegen die HSG Konstanz den 5. Platz bei diesem Turnier.

HBW: Mike Jensen, Vladimir Bozic (TW); René Zobel 1, Vladan Lipovina 3, Romas Kirveliavicius 1, Gregor Thomann 4/1, Tim Nothdurft 6, Oddur Grétarsson 3/1, Björn Zintel 1, James Scott 3, Lukas Saueressig 1, Lars Röller 1, Tobias Heinzelmann 2, Moritz Strosack 1

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