Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Gallier setzen deutliches Zeichen im Aufstiegsrennen

Am Freitagabend bekamen die Zuschauer in der MEY GENERALBAU ARENA ein Handballspiel mit zwei grundlegend unterschiedlichen Halbzeiten zu sehen. In Durchgang eins spielten die Gäste vom VfL Lübeck-Schwartau mit dem HBW Balingen-Weilstetten absolut auf Augenhöhe. In der zweiten Hälfte kamen sie über die Rolle des Sparringspartners nicht mehr hinaus und mussten mit einer auch in der Höhe verdienten 36:25 (17:16)-Niederlage die weite Heimreise nach Norddeutschland antreten. Die Gallier haben damit im Kampf um die Aufstiegsplätze vorgelegt und ihren zweiten Tabellenplatz erfolgreich verteidigt.

„Alles, was Matti in der Halbzeitansprache richtig gemacht habe, habe ich offensichtlich falsch gemacht“, meinte VfL-Trainer David Röhrig in der abschließenden Pressekonferenz. Alles, was seine Mannschaft in der ersten Halbzeit noch richtig gemacht habe, habe in der zweiten Hälfte nicht mehr gepasst. Der Sieg des HBW gehe völlig in Ordnung und sei auch in dieser Höhe absolut verdient.

Erste Halbzeit auf Augenhöhe  

Bis der verdiente Sieg jedoch in trockenen Tüchern war, hatten die Hausherren jede Menge Aufgaben zu lösen. „In der ersten Halbzeit war bei Schwartau alles dabei, was guten Angriffshandball ausmacht“, meinte HBW-Coach Matthias „Matti“ Flohr nach dem Spiel. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Gäste von Beginn an über weite Strecken in Führung lagen. Vom Anpfiff weg legten sie vor und nutzten vor allem jeden Balinger Fehler konsequent.

Beim Stand von 5:2 nach acht Spielminuten hatte der VfL sogar in Überzahl die Möglichkeit, erstmals auf vier Tore davonzuziehen, produzierte jedoch einen der bis dahin seltenen technischen Fehler im Angriff. Im Gegenzug verkürzte HBW-Spielmacher Elias Huber den Rückstand. 

Es blieb ein Spiel auf Augenhöhe. Die Gäste legten vor, die Gallier zogen nach. Nach dem 10:9-Anschlusstreffer von Mannschaftskapitän Tobias Heinzelmann in numerischer Unterzahl – sein Kreisläuferkollege Stefan Bauer musste für zwei Minuten auf die Bank – wechselte VfL-Trainer Röhrig den Torhüter. Doch auch der war beim Ausgleichstreffer von Tim Ruggiero-Matthes machtlos.

Nach dem 11:11, das ebenfalls auf das Konto des Balinger Rechtsaußen ging, drückte Gästecoach Röhrig erstmals den Auszeitbuzzer. Die Balinger Abwehr schien den vorgegebenen Spielzug zu erahnen und klaute den Gästen den Ball. HBW-Kapitän Heinzelmann machte sich auf und davon und versenkte das Leder zur ersten Balinger Führung.

Taktische Justierung nach der Pause 

Mit einer, wenn auch etwas glücklichen, Ein-Tore-Führung (17:16) für den HBW ging es in die Halbzeitpause. Aus der kamen die Hausherren mit einer veränderten Abwehrformation. Matti Flohr schickte seine Youngster Bennet Strobel und Till Wente auf die Platte. „Mit denen habe ich besprochen, dass sie sich nicht so tief reindrängen lassen sollen – und die zwei haben das sensationell gemacht“, lobte Flohr seine beiden Jüngsten.

Der VfL-Angriff kam mehr und mehr ins Stocken. Nach einem Ballgewinn von Elias Fügel war im Gegenzug Csaba Leimeter nur noch auf Kosten eines Strafwurfs zu bremsen, den Balingens Top-Torschütze Sascha Pfattheicher nervenstark zum 22:19 verwandelte. Als Strobel und Wente in der Defensive weiter Beton anrührten und die VfL-Angreifer kaum noch zum Abschluss kamen, drückte Trainer Röhrig nach nur acht Minuten im zweiten Durchgang bereits zum zweiten Mal den Buzzer.

Entscheidung fällt früh

Bennet Strobel sollte in der Abwehrmitte direkt und frontal attackiert werden, ließ sich jedoch nicht ausspielen. Gemeinsam mit Wente verteidigte er auch diesen Angriff erfolgreich. Es folgte ein unkontrolliertes Abspiel, das Ruggiero-Matthes erahnte. Er stibitzte dem VfL den Ball – Sekunden später stand es 23:19 für den HBW. 

Jetzt war der Gallier-Zug nicht mehr zu bremsen. Tor um Tor zogen die Hausherren davon, und beim 28:20 nach gut 45 Minuten war eine erste Vorentscheidung gefallen.

Die Gäste bissen sich immer wieder an der Balinger Defensive fest, und was nicht wegverteidigt wurde, war immer häufiger eine sichere Beute von Torhüter Benedek Nagy. Nach dem 31:22 in der 52. Minute versuchte es Röhrig nochmals mit einer Auszeit. Seine Mannschaft erzielte zwar den nächsten Treffer, doch nach einem Doppelschlag von Georg Pöhle betrug die Tordifferenz erstmals zehn Treffer – 33:23. Fünf Minuten vor Spielende war damit die endgültige Entscheidung gefallen. Die Norddeutschen bemühten sich noch um Ergebniskosmetik, doch auch diese ließen die Gallier nicht mehr zu. Mit einer Schlagwurf-Fackel schweißte schließlich Elias Huber den Ball zum verdienten 36:25-Endstand in die Lübecker Maschen.

Die Mannschaften

HBW Balingen-Weilstetten: Daniel Rebmann, Benedek Nagy (TW); Tim Ruggiero-Matthes 5, Mex Raguse 5, Elias Huber 3, Magnus Grupe 3, Bennet Strobel, Merlin Fuß 1, Till Wente, Elias Fügel 3, Tobias Heinzelmann 4, Sascha Pfattheicher 6/6, Yonatan Dayan 2, Csaba Leimeter 1, Georg Pöhle 3, Stefan Bauer;
VfL Lübeck-Schwartau: Nils Conrad, Mark Ferjan (TW); Paul Holzhacker 6/4, Rasmus Willette Houmöller 2, Ole Hagedorn 1, Rasmus Staack, Ole Schramm, Leon Ciudad Benitez, Magnus Holpert 6, Janik Schrader 4, Alexander Hartwig 3, Oliver Juhl Refsgaard, Thore Kjell Heinemann 2, Einar Nickelsen 1, Lukas Kingsley Emdorf, Nadav Cohen;

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