Spielbericht des HBW-Pressedienstes

Punkteteilung nach einer dramtischen Schlussphase

In einer Nerven aufreibenden Partie trennten sich der HSC 2000 Coburg und der HBW Balingen-Weilstetten am Mittwochabend in der HUK-Coburg Arena mit einem 27:27(16:14)-Unentschieden. Nach einer durchwachsenen ersten Hälfte haben sich die Gallier ganz stark ins Spiel zurückgebissen und lagen kurz vor Schluss sogar in Führung. Da der hartnäckigste Balinger Verfolger, Die Eulen Ludwigshafen zeitgleich zu Hause ebenfalls unentschieden gespielt hat, hat sich an der Tabellensituation nichts geändert.

Es ist höchst selten, dass HBW-Coach Jens Bürkle nach einem Spiel mit den Unparteiischen hadert. Im Normallfall sucht er die Gründe für eine Niederlage immer bei der Mannschaft. Nach dem Schlusspfiff in der HUK-Coburg Arena fand er im Interview beim TV-Sender Sky allerdings klare Worte, was die Entscheidungen der beiden Unparteiischen Thomas Kern und Thorsten Kuschel in der dramatischen Schlussphase anbelangt. Was war passiert? Beim Stande von 24:25 erkämpften sich die Gallier den Ball, aber Kern / Kuschel entschieden auf Foulspiel gegen Tim Nothdurft. Er soll den Coburger Drago Nenadic gefoult haben. Dabei war es eher der Coburger, der Nothdurft abräumte, um seinen Mitspieler die Wurfbahn freizumachen. Die Folge: Der Ball blieb bei Coburg und nach einer Stürmerfoul verdächtigen Aktion glich der Ex-Balinger Florian Billek aus. Nach der erneuten Führung der Gallier bekam Coburg einen mehr als fragwürdigen Strafwurf zugesprochen. Björn Zintel soll Billek beim Sprungwurf von außen gefoult haben, dabei drehte sich Zintel sogar weg, um Billek ja nicht zu berühren. Billek verwandelt den Siebenmeter zum erneuten Ausgleich.

Was Bürkle allerdings so richtig auf die Palme brachte war die letzte Aktion. Die Gallier hatten wieder vorgelegt und Coburg glich Sekunden vor dem Schlusspfiff aus. Nach einer Auszeit tankte sich Björn Zintel durch und traf mit der Schlusssirene zum vermeintlichen Siegtreffer. Die beiden Unparteiischen hatten bei ihm allerdings einen Schrittfehler in Verbindung mit einem Foul von Coburg gesehen. Deshalb wurde der Treffer aberkannt und auf einen direkten Freiwurf entschieden. „Wenn das Schritte waren, habe ich in diesem Spiel mindestens 18 Schrittfehler gefunden“, ärgerte sich der Balinger Coach, dass Kern / Kuschel in einer so entscheidenden Situation ihre Linie zum Nachteil der Balinger verlassen hatten.

Was der Balinger Coach aber auch nicht unerwähnt ließ, war die Tatsache, dass seine Jungs vor allem in den ersten dreißig Minuten sehr unglücklich agierten. Sie bekamen fast keine Abpraller und scheiterten zu oft mit völlig offenen Würfen an Coburgs Torhüter Konstantin Poltrum. „Das war wahrscheinlich der entscheidende Schlüssel für die Coburger Vorlage“, haderte der Gallier-Coach vor allem mit der Chancenausbeute zwischen der elften und der 19. Minute. In der Phase konnte sich Coburg von 5:5 auf 9:5 absetzen.
Zur Halbzeitpause waren es beim Stande von 16:14 zwar nur noch zwei Tore Vorsprung für den HSC, aber der Ex-Balinger Florian Billek und Co verteidigten diesen vehement. Allerdings ließen die Gallier jetzt nicht mehr abreißen. Mit einer Abwehr Umstellung gelang es mehr und mehr den Coburger Angriff aus dem Rhythmus zu bringen. „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft, wie sie zurückgekommen ist. Bei so viel Druck auf dem Kessel muss man es erst einmal schaffen, die Ruhe zu bewahren und nach der Umstellung auf die 5/1, haben die Jungs das Spiel super gedreht“, war Bürkle vor allem mit der Moral der Mannschaft mehr als nur zufrieden.

In der 51. Minute schaffte Gregor Thomann den Ausgleich zum 22:22. Coburg legte noch einmal vor, aber in der sogenannten Crunch-Time schien das Pendel mehr und mehr in Richtung HBW auszuschlagen. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff war Björn Zintel, der zuvor schon den 24:24-Ausgleich erzielt hatte, nur noch auf Kosten eines Strafwurfes zu bremsen. Thomann behielt erneut die Nerven und verwandelte eiskalt zum 24:25. Es folgte die bereits eingangs erwähnte Schlussphase mit den unglücklichen Entscheidungen der beiden Unparteiischen und so mussten sich die Gallier mit nur einem Punkt im Gepäck auf die Rückreise nach Balingen machen.

Die Mannschaften

HSC 2000 Coburg: Jan Kulhanek, Konstantin Poltrum, Paul Dreyer (TW); Pouya Norouzinezhad Gharehlou 5, Felix Sproß 1, Dominic Kelm 4, Drasko Nenadic, Florian Billek 9/4, Dino Mustafic, Pontus Zetterman 2, Paul Schikora, Stepan Zeman 1, Milos Grozdanic 2/2, Andreas Schröder 3, Christoph Neuhold;
HBW Balingen-Weilstetten: Mario Ruminsky, Mike Jensen (TW); René Zobel, Vladan Lipovina 4, Romas Kirveliavičius, Gregor Thomann 5/4, Tim Nothdurft 6, Fabian Wiederstein 2, Oddur Grétarsson 1/1, Niklas Diebel, Kristian Bećiri 1, Jona Schoch 2, Björn Zintel 4, Lukas Saueressig 2, Tobias Heinzelmann, Moritz Strosack;

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