Unterbrechung der Saison bei den Jung-Gallier

Corona-Pandemie: 3. Liga pausiert bis Januar

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat den Spielbetrieb in der 3. Liga Süd bis Ende des Jahres ausgesetzt, die Fortsetzung der Saison ist erst für das Wochenende 09./10. Januar 2021 geplant. Der HBW II, das Perspektivteam des HBW, hat damit bis auf weiteres Pause. Was das bedeutet und wie es weitergeht, wir haben den 1. Vorstand des HBW, Dietmar Foth und Trainer André Doster gefragt.

Wie beurteilt der 1. Vorsitzende des HBW e.V. diese Entscheidung?

Dietmar Foth:
Wir bedauern, dass die Saison unterbrochen wird. Wir hätten gerne weitergespielt. Die Spielpraxis ist für unsere jungen Spieler enorm wichtig. Mit unserem Hygienekonzept sind sowohl Spiele als auch Training nach meiner Einschätzung ohne Gesundheitsgefährdung möglich. Wir benötigen Spiele, um wirtschaftlich überleben zu können, um unsere Sponsoren zu halten, um den Handball-Leistungssport am Leben zu halten. In Baden-Württemberg ist es nach der Corona-Verordnung auch so, dass die 3. Liga als Spitzensport eingestuft wird und Training und Spiele im Mannschaftssport bis zur 3. Liga zulässig sind. Ich habe jedoch Verständnis für die Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes. Denn aktuell ist es in Rheinland-Pfalz, Hamburg und Bayern untersagt, dass die Drittligamannschaften trainieren und im eigenen Bundesland spielen. Das macht den länderübergreifenden Wettbewerb leider nicht möglich. Überlegt wird auch, eine Testung der Spieler einzuführen, um die Corona-Gefahr noch weiter zu reduzieren. Dies benötigt Zeit, vor allem muss auch die Finanzierung einer solchen Maßnahme geklärt werden.

Wie beurteilt der Trainer die Situation?

André Doster:
Nach großen Anstrengungen über die ganzen Sommermonate den Training- und Spielbetrieb gemäß den Hygienekonzepten zu organisieren und diese umzusetzen, ist es äußerst schade, dass für meine Mannschaft nach dem fünften Spieltag die Runde unterbrochen werden muss. Dennoch haben meine Spieler und ich großes Verständnis dafür, dass dies in der aktuellen Situation notwendig ist. Wir hoffen, dass wie vorgesehen im neuen Jahr die Runde fortgeführt werden kann. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass mit strengen Hygienekonzepten ein Trainings- und Spielbetrieb umsetzbar ist. Für meine junge Mannschaft ist die Spielpraxis für ihre Entwicklung absolut wichtig, selbst wenn im Januar 2021 die Runde fortgeführt werden soll, kann diese nicht im vollem Umfang ausgespielt werden. Es werden demnach sehr viele Spiele für meine Spieler wegfallen. Im Leistungs- und Spitzensport, in dem der HBW II sich in der 3. Liga befindet, sind die Wettkampferlebnisse von großer Bedeutung. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht zu große Auswirkungen auf die Entwicklung der Spieler nimmt. Schließlich wollen wir unsere A-Jugendlichen an das Niveau der dritten Liga heranführen und auch weiterhin Spieler für die Bundesligamannschaft ausbilden. Die Pandemie hat leider ihre eigene Regeln, und dennoch wollen und müssen wir so schnell wie möglich wieder Handball spielen.

Wie sieht es mit dem Training beim HBW II jetzt aus?

Dietmar Foth:
Das HBW II-Team wird das Training – unter strenger Einhaltung des genehmigten Hygienekonzeptes - fortsetzen. Ich bin in sehr dankbar, dass sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Stadt Balingen mit realistischem Blick auf die Notwendigkeiten des Spitzensports es gestatten, dass unsere Drittligamannschaft weiter trainiert. Das Trainieren in der SparkassenArena ist erlaubt. Bei unserem Perspektivteam gibt es eine Reihe von Spielern, die gleichsam im Ausbildungsverhältnis zum Profisportler stehen. Alle unsere Spieler haben Verträge, die auch den Verein verpflichten, ihnen Training und persönliche sportliche Entwicklungschancen zu bieten. Für eine Reihe von Spielern sind die von uns gezahlten Entgelte wichtige Beiträge zum Lebensunterhalt. Wir wollen die Spieler nicht wieder – wie im Frühjahr geschehen – in Kurzarbeit schicken müssen. Eine längere Trainingsunterbrechung würde auch erhebliche gesundheitliche Gefahren heraufbeschwören bzw. eine sehr langsamen Wiedereinstieg gebieten.

André Doster:
Zumindest läuft der Trainingsbetrieb weiter, das ist schon mal sehr wichtig. Da bin ich gegenüber dem Land, der Kommune, der Vereinsführung des HBW und dem Deutschen Handballbund sehr dankbar! Wir haben nach dem letzten Lockdown über Wochen hinweg die Spieler behutsam an den „Ball“ und an die Wettkampfsituation herangeführt. Haben unheimlich viel in die Verletzungsprävention und den athletischen Bereich investiert. Die Spieler hatten wieder ein Ziel vor Augen. Mit dem Neustart in die Runde im August waren Trainingsspiele möglich, was nun nicht der Fall ist.  Wir müssen weiter den gewohnten Trainingsumfang betreiben, um den Anforderungen im Leistungssport gerecht zu werden. Auch den Rhythmus nicht zu verlieren, wird eine wichtige Aufgabe in den nächsten Wochen werden, um bei einer Wiederaufnahme spielfähig zu sein.  Sicherlich nutzen wir die Zeit noch gezielter, um an Defiziten zu arbeiten oder die Umfänge im athletischen Bereich zu erhöhen, um einen Ausgleich zu schaffen, da der Wettkampf wegfällt. Für mich sind aber auch die sozialen Kontakte wichtig, die für eine Mannschaft und das Vereinsleben sehr wertvoll sind. Das können wir durch das Training, wenn auch eingeschränkt, wenigstens etwas aufrechterhalten.  Aber am Schluss wollen meine Jungs Handball spielen - sie sind Handballer und brauchen einen Wettkampf, damit sie auch wissen, warum Sie trainieren - das möchte aber jeder Sportler. 

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