HBW Balingen-Weilstetten 2 - TV Kirchzell
27.01.2012

von Reinhard Linder
Bei seinem Heimspiel am Sonntag steht der Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten 2 unter dem Druck. Gegen den TV Kirchzell braucht der Perspektivkader dringend Punkte.
Die Mannschaft von Trainer Eckard Nothdurft läuft nämlich Gefahr, den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu verlieren. Etwas überraschend haben am vergangenen Sonntag die bisher gleichauf liegenden Teams TSV Neuhausen/Filder und Stuttgarter Kickers die beiden Spitzenclubs TSB Horkheim und TSG Groß-Bieberau geschlagen, während der HBW bei der SG H2Ku Herrenberg mit 28:36 den Kürzeren gezogen hat. Zwei Punkte fehlen also auf die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt – und von hinten droht Gefahr von der TuSpo Obernburg, die nach Minuspunkten nur einen Zähler zurückliegt.
„Natürlich sollten wir gewinnen um dran zu bleiben“, bekräftigt Nothdurft. Aber angesichts der Ausfälle – zu den Langzeitverletzten Philipp Eberhardt und Micha Thiemann hat sich auch Abwehrchef Christoph Foth gesellt – sei dies nicht einfach zu realisieren: „Wir können nicht mehr die Abwehr stellen, die wir trainiert haben.“ Zudem stelle Kirchzell eine sehr ausgeglichene und eingespielte Mannschaft, aus der der frühere Großwallstädter Regisseur Andreas Kunz herausrage. „Der hat uns schon im Hinspiel den Genickschuss verpasst“, erinnert der HBW-Coach an die 25:28-Pleite Mitte September.
Ähnlich wie die Balinger setzen die Kirchzeller auf die Jugend. Ihr Team kann ohne Übertreibung als die zweite Mannschaft des TV Großwallstadt bezeichnet werden. Die meisten Spieler sind im Handball-Leistungszentrum des Bundesligisten ausgebildet worden, die Besten, beispielsweise Torhüter Andreas Wolff, pendeln hin und her. Wie eng die Verbundenheit zwischen den beiden Vereinen ist, macht gerade der Schritt von Andreas Kunz deutlich. Als er aus eigenen Stücken seine Profikarriere beendete, war für ihn ein Engagement in Kirchzell die logische Entscheidung. Mit seiner Routine wollte der 29-Jährige der blutjungen Truppe Stabilität verleihen.
Dass ihm dies gelungen ist, zeigt der achte Tabellenplatz mit 18:16 Zählern. „Die haben nicht umsonst mehr Punkte als wir“, sagt Nothdurft, dem ein solcher Routinier fehlt um die Mannschaft zu führen. Dass seine junge Truppe erst recht infolge der vielen Ausfälle in Herrenberg keine Bäume ausreißen würde, war ihm klar. Ernüchtert war er aber über die mangelnde individuelle Stärke: „Wir haben im Eins-zu eins schlecht ausgesehen. Das darf sich in dieser Deutlichkeit nicht wiederholen.“
In die Pflicht nimmt er gerade die Spieler, die im Gäu hinter ihren Erwartungen und Ansprüchen zurückgeblieben sind. Sie müssten am Sonntag um 17 Uhr in der SparkassenArena ihr ganzes Potenzial abrufen und sich gegen die aggressive und bewegliche 6:0-Defensivformation der Kirchzeller durchsetzen.
Mit einer Verstärkung aus der ersten Mannschaft sei dieses Mal nicht unbedingt zu rechnen, weil sich diese noch bis Sonntagvormittag im Trainingslager am Schliffkopf befinde. Rein hypothetisch könnten neben Paul Bar und Philipp Keinath auch noch Felix König, Frank Ettwein, Daniel Sauer und Kai Häfner aushelfen. Ob einer von ihnen von Dr. Rolf Brack die Spielerlaubnis erhalte, werde sich wohl erst kurzfristig klären lassen, zudem dürften sie nach den anstrengenden Übungseinheiten ziemlich platt sein.