SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen - HBW 2
20.01.2012
von Reinhard Linder
Als krasser Außenseiter geht der HBW Balingen-Weilstetten 2 in das Drittliga-Lokalderby bei der SG H2Ku Herrenberg. Anpfiff ist am Samstag um 20 Uhr in der Markweghalle Herrenberg.
Zwar hat das Team von Trainer Eckard Nothdurft sein Heimspiel in der Hinrunde mit 31:26 gewonnen, vor heimischem Publikum wird sich die Gäu-Truppe aber nicht mehr so viele Fehler leisten wie im September in der SparkassenArena. „Herrenberg ist unheimlich heimstark“, weiß Nothdudrft.
Seine eigene Mannschaft leidet hingegen an einer eklatanten Auswärtsschwäche. Im Laufe der Runde holte sie lediglich einen Punkt in fremder Halle. Gerne würde der A-Lizenzinhaber am Samstag diese Bilanz aufpolieren: „Ich bin überzeugt, dass irgendwann auswärts der Knoten platzt. Aber am Samstag kann uns nur etwas gelingen, falls wir einen sehr guten und die Herrenberger einen miserablen Tag erwischen“.
Für die H2Ku ist es das erste Spiel in diesem Jahr. Am vergangenen Wochenende hat das Team von Trainer Axel Kromer, der sich im Sommer aus Herrenberg verabschiedet, pausiert. Der Balinger Perspektivkader hat hingegen einen überraschend hohen 32:19-Heimsieg über den Tabellenvierten TSV Friedberg eingefahren. Vier Pluspunkte trennen derzeit die beiden Mannschaften, die H2Ku nimmt Rang sieben im Tableau ein, der HBW ist Zwölfter. Für Kromer hat die Partie richtungsweisenden Charakter: Bei einem erfolgreichen Ausgang würde sich sein Team im oberen Drittel der Tabelle festsetzen, bei einer Niederlage würde der Gäu-Klub ins Mittelmaß der Liga entschwinden. Da passt es ihm überhaupt nicht in den Kram, dass sein Top-Torschütze Valentin Hörer ebenso rot-gesperrt ist wie der junge Rechtsaußen Marcel Kohler. Da Petros Kandilas aufgrund eines Kreuzbandanrisses ausfällt und der Einsatz des erkrankten Halbrechten Nico Kiener fraglich ist, fällt den Routiniers, dem Halblinken Lars Mayer-Hübner und Regisseur Tobias Hold, besonders große Verantwortung im Rückraum zu. Dafür ist Kreisläufer Simon Geist rechtzeitig zum Herrenberger Rückrundenauftakt fit geworden, der in dieser Saison wegen einer Schulterverletzung noch kein Spiel gemacht hat.
Nicht ganz so gravierend sind die Personalsorgen bei Nothdurft. Neben Philipp Keinath kann er auf der rechten Außenbahn auch wieder auf Gregor Thomann setzen, der am vergangenen Wochenende beim Turnier in Portugal einen guten Einstand in der deutschen Junioren-Nationalmannschaft feierte. Dafür fällt Frank Ettwein aus dem Erstligakader weg, der völlig überraschend gegen Friedberg auf der Platte stand und mit seiner riesigen Erfahrung die Abwehr stabilisiert hatte. Fraglich ist der Einsatz der beiden A-Jugendlichen Jan Remmlinger und Jannik Hausmann. Ob Junioren-Weltmeister Felix König zur Verfügung steht, wird sich kurzfristig entscheiden: „Er würde uns sicherlich gut tun, Felix kann uns wichtige Impulse geben“, hofft Nothdurft auf ein Mitwirken des Bundesliga-Spielmachers.
Auch wenn seine Mannschaft als Außenseiter ins Gäu fahre, so sei sie doch nicht völlig chancenlos, verbreitet der HBW-Coach gedämpften Optimismus. Zum einen müssten die Herrenberger den Ausfall ihrer Verletzten verkraften, zum anderen könne er nicht abschätzen, welche Auswirkungen der angekündigte Abschied Kromers auf die Mannschaft haben werde. Vor allem aber habe seine eigene Truppe durch den Friedberg-Sieg wieder etwas Selbstvertrauen geschöpft: „Nach acht Wochen gedämpfter Stimmung hat es eine Aufhellung gegeben.“
Auf jeden Fall werde es zu einem sehr interessanten Spiel kommen, in dem die ersten Minuten womöglich entscheidend sein könnten. Falls seine Mannschaft gut in die Partie finde und nicht gleich weit zurück hänge, könnte der Gegner möglicherweise etwas nervös werden und Fehler begehen: „Sollte uns diese Chance gewährt werden, dann müssen wir zupacken.“