Spielbericht des HBW-Pressedienstes
10.01.2010
von Melanie Zahner
Die zweite Mannschaft des HBW Balingen+Weilstetten ist erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Nach dem Auswärtserfolg der Schwaben im vergangenen September mit dem 25:24-Sieg in Pirna, sann der selbsternannte Meisterschaftsanwärter aus Sachsen auf Revanche beim Rückspiel in Balingen. Wie ernst es dem ESV Lok Pirna mit diesem Vorhaben war, bezeugt schon die Vorbereitung. Bereits einen Tag vor dem Spiel machte sich ESV-Trainer Norman Rentsch mit der Mannschaft auf die Fahrt in Richtung Balingen, um seinen Vollprofis am Tag des Spieles eine stressige Busfahrt zu ersparen.
In den Anfangsminuten der Partie hatte es den Anschein, als ob die ESV-Lok aus Pirna die Schwaben im ICE-Tempo überfahren will. Noch ehe sich die „Jungen Wilden“ von der Alb so richtig versahen und wussten wie ihnen geschieht, hatten der tschechische Nationalspieler Jiri Boucek und Co. einen Drei-Tore-Vorsprung zum 1:4 herausgespielt. Vor allem Boucek und die polnische Neuverpflichtung Krzysztof Zart machten im ESV-Rückraum mächtig Dampf. Die Jungs von Trainer Ecki Nothdurft ließen sich jedoch nicht überrollen und brachten sich nach Toren von Simon Flockerzie und René Wismar wieder in Schlagdistanz. Nach dem Ausgleich durch Jugendnationalspieler Philipp Keinath, war es Linksaußen Klaus Schuldt, der seine Farben erstmals mit 5:4 in Führung brachte.
Die Gäste schafften es in der ersten Halbzeit nur noch, dass sich die Hausherren nicht absetzten konnten, aber selber konnten sie nicht mehr in Führung gehen. Es hatte so den Anschein, als ob nicht nur die Locks der Deutschen Bundesbahn auf Grund der Witterung an diesem Wochenende ihrem Fahrplan hinterher schnaufen, sondern auch die Lok des EHV aus Pirna.
Wer von den aus Sachsen mitgereisten Fans geglaubt hat, dass ihre Mannschaft im zweiten Durchgang nochmals eine Schippe drauflegt, um ihrem Anspruch gerecht zu werden, wurde bitter enttäuscht. Egal, welche Kohlen die Pirnaer Lokführer auch drauflegten, die Jungs von Trainer Ecki Nothdurft hatten stets die bessere Antwort und vor allem mehr Dampf. Zwei Paraden von Sven Grathwohl im Balinger Gehäuse, zwei erfolgreich abgeschlossen Tempogegenstöße in Unterzahl und schon war die 16:14-Halbzeitführung auf 18:14 ausgebaut.
Bis auf 22:17 zog der Tabellenführer davon und die Jungs von Trainer Nothdurft, die ja bekanntlich auf ihren Spielmacher und Top-Torjäger Mathias Stocker verzichten mussten, blamierten die Pirnaer Vollprofis ein ums andere Mal. Wie gefrustet die Gästespieler waren, wurde in der 42. Spielminute deutlich, als Kreisläufer Jörg Reimann nach einem rüden Foul an Micha Thiemann zu Recht die rote Karte sah und auf der Zuschauertribüne Platz nehmen musste. Die Balinger nutzen die doppelte Unterzahl der Gäste – Rückraumspieler Robert Weiß hatte sich eine weitere Zeitstrafe eingehandelt – um die Führung auf 25:17 auszubauen.
Nachdem sich sieben Minuten vor Spielende auch Weiß nach seiner dritten Zeitstrafe zu seinem Mannschaftskollegen Reimann ins Publikum gesellte, war der Pirnaer Trainer in Personalnot und versuchte an Stelle seines Torhüters mit einem zusätzlichen Feldspieler dem Spiel doch noch eine Wende zu geben. Steffen Zank nutze die Gelegenheit, und traf vom eigenen Wurfkreis ins verwaiste Tor des ESV. Im Anschluss parierte Paul Bar noch einen Strafwurf von Jiri Boucek und Christian Wahl, der zusammen mit René Wismar, den verletzten Stocker in der Rolle des Spielmachers hervorragend vertrat, erhöhte per Strafwurf zum 31:23. Wären die Nothdurft-Buben in dieser Phase der Partie mit ihren Torchancen nicht so fahrlässig umgegangen, wäre die Pleite für den ESV noch viel deutlicher geworden. Die Treffer von Stefan Wehner, für die Gäste und Philipp Keinath für den HBW zum Endstand von 32:24, zählten nur noch für die Statistik.
Mit dem alles andere als erwarteten Sieg zum Auftakt der Rückrunde, konnte der HBW Balingen+Weilstetten seine Tabellenführung ausbauen, zumal der unmittelbare Verfolger Haslach-Herrenberg-Kuppingen bei der SG Kronau/Östringen böse unter die Räder gekommen ist. Das Team um Trainer Norman Rentsch, welches zu Beginn der Saison noch als Top-Aufstiegsfavorit gehandelt wurde, steht aber nach dieser neuerlichen Niederlage wieder mächtig unter Zugzwang. Der Coach der Pirnaer sah vor allem die starke zweite Balinger Halbzeit als spielentscheidend und haderte mit seinem Team: „Um oben mit zuspielen, müssen wir auswärts einfach mehr machen.“ Sein Balinger Trainerkollege Ecki Nothdurft war nach dem Sieg seiner „Jungen Wilden“ sehr stolz auf die Mannschaftsleistung und sah die entscheidenden Vorteile in der gut funktionierende 3/2/1-Abwehr, die zu Balingens Gunsten entschiedenen Eins-gegen-Eins-Situationen sowie 17 erfolgreich abgeschlossene Tempogegenstöße. „Vor allem Philipp Keinath und Klaus Schuldt, haben heute auf dem Feld die richtigen Antworten gegeben, nach dem ich sie im Laufe der Woche auf Grund ihres Wurfverhalten kritisiert habe“, war Nothdurft sichtlich zufrieden.
Sven Grathwohl, Paul Bar (TW), Klaus Schuldt (9), Philipp Keinath (7), Fabian Pick (1), René Wismar (2), Simon Flockerzie (1), Steffen Zank (5), Micha Thiemann (3), Christian Wahl (4/3), Christoph Foth, Sven Biselli, Fabian Schlaich.
TSV Neuhausen – HBW Balingen+Weilstetten, Sonntag, 17. Januar, um 17.00 Uhr,