Spielberichte aus der örtlichen Presse
Spielbericht des HBW-Pressedienst
12.10.2009

von Melanie Zahner
Im schwäbisch/badischen Krimi in der Balinger Sparkassenarena konnten sich die HBW II-Jungs mit 33:32 gegenüber der SG Kronau Östringen durchsetzten und knöpften dem Löwennachwuchs beide Punkte ab.
Der frisch vermählte René Wismar erzielte den ersten Treffer auf HBW Seite und Micha Thiemann traf zum 2:0. In der dritten Spielminute trafen die Löwen per Siebenmeter zum 2:1 und die Balinger scheiterten in der Folge immer wieder am überragenden Badener Torhüter Maximilian Bender. Es folgten zehn torlose Minuten für den Balinger Bundesliga-Nachwuchs in denen der Glaube an einen weiteren Erfolg der Nothdurft-Truppe in weite Ferne rückte. Die Östringer nutzen die vielen Fehlwürfe und individuellen Fehler des HBW und lagen bereits nach neun Spielminuten mit vier Treffern in Front. HBW-Trainer Ecki Nothdurft war in Not und zückte die Grüne Karte für das Time-out. Die einminütige Ansprache verpuffte allerdings. Jugendnationalspieler Philipp Keinath scheiterte im 7-Meter-Duell am Kronauer Torhüter Bender und Benjamin Prestler netzte zum 2:7 ein.
Der Befreiungsschlag für die Balinger gelang dem sensationell aufspielenden Matthias Stocker. Per Strafwurf erzielte er den lang ersehnten dritten Treffer für die Eyachstädter. Es folgte eine furiose Balinger Aufholjagd. Simon Flockerzie und erneut Matthias Stocker mit einem Strafwurf erzielten die Treffer auf Seiten des HBW. Im Balinger Gehäuse verhinderte Paul Bar mit einer glänzenden Leistung weitere Gegentore der badischen Gäste. Nach Treffern von Klaus Schuldt, wieder Stocker und Philipp Keinath schmolz der Rückstand auf drei Treffer zusammen. Die HBW II-Jungs waren wieder dran. Das sah auch Löwendompteur Christoph Armbruster so und nun war er es, der sein Team zur einminütigen Ansprache bat.
Die Balinger Aufholjagd konnte er damit allerdings nicht mehr stoppen. Der Kugelblitz im Balinger Angriff, Matthias Stocker, war erneut erfolgreich und nagelte das Leder zum 11:11-Ausgleich in der Östringer Maschen. Nur eine Zeigerumdrehung später brachte er unter großem Beifall der Balinger Fans, seine Mannschaft per Strafwurf in Führung. Christoph Foth, der für seine überragende Abwehrarbeit nach Spielende von Trainer Nothdurft ein Sonderlob einheimsen konnte, hämmerte das Leder zum 14:13 Pausenstand in die gegnerischen Maschen.
Nach Wiederbeginn versuchte der Löwen-Nachwuchs alles, um die Partie wieder in Griff zu bekommen. Kai Rudolf erzielte den 15:15-Ausgleich. Aber jetzt traf auch Steffen Zank von der halbrechten Rückraumposition und wieder war es Stocker, der dafür sorgte, dass die Schwarz-Gelben kein Oberwasser bekamen. Immer wieder wechselnde Führungen sorgten für Spannung und Nervenkitzel pur auf Zuschauerrängen.
Nach 42. Minute hatte es den Anschein, als ob die Hausherren die Partie unter Kontrolle bekommen. Tor um Tor bauten sie den Vorsprung aus. Als Klaus Schuldt nach tollem Anspiel von Christoph Foth zum 26:21 traf, zückte der Gästetrainer die Zeitkarte. Dieses Mal griffen seine taktischen Maßnahmen. Er ließ den Balinger Dreh- und Angelpunkt Matthias Stocke offensiv decken und streute damit viel Sand in das Balinger Angriffsgetriebe. Seine Jungs holten Tor um Tor auf und zehn Minuten vor Schluss zog Balingens Trainer seine letzte Trumpfkarte. Er wechselte im Tor den bis dahin starken Paul Bar gegen den auch für die Regionalliga spielberechtigen Bundesligakeeper Sven Grathwohl.
In den vier folgenden Spielminuten scheiterten allerdings Gratwohl Vorderleute immer wieder am ebenfalls neu eingewechselten Löwen-Torhüter Daniel Unger. Die Gäste nutzen die Balinger Torflaute und kamen auf 30:29 heran. Als noch sechs Minuten zu spielen waren, zückte Nothdurft die Grüne Karte und versuchte seine Jungs auf das Nervenduell neu einzustellen. Benjamin Prestel sorgte allerdings per Strafwurf für den Ausgleich der Badener, aber die Chance zum Führungstreffer machte ihnen Sven Grathwohl im HBW-Gehäuse mehrfach zu Nichte. Stattdessen netzte Philipp Keinath nervenstark zum 32:31 ein.
Eine Minute vor Spielende rastete Löwen-Rechtsaußen Kai Rudolf völlig aus. Er ärgerte sich darüber, dass sich der Balinger Torhüter Grathwohl nach einem von ihm abgewehrten Ball hechte, der aus dem Wurfkreis hinausrollte und trat deshalb mit Fuß gegen den Kopf des am Boden liegenden Torhüters. Für diese Dummheit und Brutalität war er mit der direkten roten Karte noch gut bedient. In doppelter Unterzahl bekamen die Jung-Löwen einen Strafwurf zugesprochen, den Benjamin Prestel sicher zum 32:32-Ausgleich verwandelte. Die Schwaben hatten aber noch genügend Zeit, um Kreisläufer Simon Flockerzie in Wurfposition zu bringen und der Kapitän höchstpersönlich, jagte das Spielgerät zum Balinger Führungstreffer in die Maschen. Mit dem Schlusspfiff bekamen die Gäste nochmals einen direkten Freiwurf zugesprochen, aber dieser blieb in der Balinger Abwehrmauer hängen.
Bei der anschließenden Pressekonferenz war der HBW-Coach vom unerwarteten Sieg seiner Jungs selber etwas überrascht und wäre der Leistung entsprechend auch mit einer Punkteteilung zufrieden gewesen. „Die Schlussphase hatte mit Können nichts mehr zu tun. Das war einfach nur Glück“, räumte der 44-jährige Diplomsportlehrer unumwunden ein.
Sven Grathwohl ( ab 50. Minute und bei zwei 7-m), Paul Bar ( 1.-50.), Edis Camovic (n.e.), Klaus Schuldt (8), Matthias Stocker ( 10/4), Simon Flockerzie (2), Philipp Keinath(5), Steffen Zank (3), Christoph Foth (1), Micha Thiemann(3), René Wimar(1), Sven Biselli, Christian Wahl, Fabian Schlaich