HBW Balingen-Weilstetten - VTV Mundenheim
20.12.2010
Mit hängenden Köpfen und langen Gesichtern saßen die Spieler auch Minuten nach Spielende noch auf der Bank und fragten sich, was gerade passiert ist. Für die Bundesligareserve des HBW war es die erste Heimniederlage in der laufenden Saison. Besonders schmerzhaft, weil es gegen den Tabellenletzten ging und Mundenheim mit den Punkten aus der „Hölle Süd“ völlig überraschend die ersten Zähler verbuchen konnte. Am Ende stand es 24:25 (11:9), obwohl der HBW nach 45 Minuten schon mit vier Toren führte.
Eine nervenaufreibende Schlussphase bekamen die Zuschauer in der Balinger SparkassenArena am Sonntagabend zu sehen. Die Anzeigetafel zeigte noch fünf zu spielende Minuten. Philipp Keinath trat bei einem Spielstand von 22:23 zu seinem fünften Siebenmeter an. Doch genau diesen konnte er nicht versenken. Nun spürte auch die Halle, dass die Mannschaft ihre Unterstützung braucht – und es wurde laut.
Micha Thiemann war es, der mit einer schönen Einzelaktion vier Minuten vor Schluss den 23:23-Ausgleich erzielte, ehe Mundenheim wieder ein Tor vorlegte. 90 Sekunden vor Schluss gleichte Simon Schlaich von außen wiederum aus. Im Gegenzug hatten die Gäste aber eine Antwort parat und der Ball landete nach einem mächtigen Hüftwurf zum 24:25 im Kasten von Bar. Für den HBW boten sich noch zwei Chancen hintereinander, beide konnten aber nicht genutzt werden, ehe sich Mundenheim den Ballbesitz sicherte und damit auch den Sieg.
„Wir haben nicht unbedingt mit Punkten in Balingen gerechnet“, gab der Gästetrainer zu. Eine Überraschung sei es für ihn, aber er freue sich für die Mannschaft. Dem HBW-Trainer Eckard Nothdurft waren die Fehler seiner Truppe bewusst: „ Wir haben es nicht geschafft, mit der Erwartungshaltung zurecht zu kommen. In der Abwehr hat es nur selten gestimmt, nach langer Standzeit kam es am Ende doch immer zum Fehler.“ Ansonsten sah er, dass seine Spieler keine Ruhe ins Spiel bringen konnte, es wurde zu hektisch agiert.
Von Beginn an hatten die „Jungen Wilden“ Probleme ins Spiel zu finden. Erst mit der Einwechslung von Torhüter Paul Bar nach 15 Minuten und einem Spielstand von 5:7, schien mehr Sicherheit in die Abwehr zu kommen. Immer häufiger wurden Bälle erkämpft, diese aber gleich wieder durch Unkonzentriertheit bei Gegenstößen verloren. Nach Ende der ersten Halbzeit konnte der HBW trotzdem mit einer 11:9-Führung in die Kabinen gehen.
In der zweiten Hälfte schien es, als gewinne der HBW die Oberhand und könnte sich langsam absetzen. Mundenheim gelang im Angriff keine klaren Aktionen mehr und so konnten sich die „Jungen Wilden“ einen Vorsprung von vier Toren erarbeiten. In der 46. Minute begann dann das Unheil für die Mannschaft von Eckard Nothdurft: Mundenheim verkürzt auf 15:18 und Keinath bekommt in der gleichen Aktion eine Zweiminutenstrafe. Nur wenige Sekunden später erhält Micha Thiemann die nächste Zeitstrafe und die Gäste einen Siebenmeter. Nothdurft zeigt seinen Ärger darüber zu offensichtlich, so dass es zu einer dritten Strafe kam.
Nur noch zu dritt auf der Platte konnte im Angriff nicht mehr viel bewegt werden. Mundenheim konnte aufschließen und in der 53. Minute auch den Ausgleich erzielen. Der HBW war zu sehr aus dem Konzept und die Gäste fanden in der Schlussphase immer wieder einen Weg, den Ball im Tor unterzubringen. Auch die lautstarke Unterstützung der Zuschauer verhalf am Ende nicht zu dem nötigen Quäntchen Glück.
Für Nothdurft steht trotzdem fest, dass die Mannschaft über Wochen hinweg ihre Spiele mit starken Leistungen gewinnen konnte. „Es ist zwar schade, dass unser Polster nicht größer ist, aber wir haben eine gute Ausbeute aus der Vorrunde.“ Er wolle mit der Mannschaft nun einen Schnitt vor dem Spiel gegen Fürstenfeldbruck setzen um zu schauen, was alles gut gemacht wurde. Danach gilt es, sich auf ein schweres Rückrundenprogramm vorzubereiten.
Für den HBW Balingen-Weilstetten 2 spielten:
Paul Bar, Samuel Beha; Fabian Schlaich (2), Klaus Schuldt (6), Philipp Keinath (7/4), Steffen Zank (4), ChristophFoth (1), MichaThiemann (2), Felix Zipf (1), Christian Wahl (1), Gregor Thomann, Felix Euchner