Spielbericht des HBW-Pressedienstes
16.01.2011
von Pia Snackers
Nach einer durchwachsenen Winterpause startete der HBW Balingen-Weilstetten 2, mit einem überragenden Spiel und einem völlig verdienten Sieg gegen den TSB Heilbronn-Horkheim, in die Rückrunde der 3. Liga Süd. Der Balinger Bundesliganachwuchs gewann gegen den Tabellenzweiten hochverdient mit 36:27 (14:11) und hat in der Tabelle damit nach Punkten mit dem TSB gleichgezogen.
In der ersten Spielhälfte spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe und verschenkten keinen Zentimeter Boden. Beide Trainer zogen in taktischer Hinsicht alle Register. TSB-Trainer Volker Blumenschein nahm von Beginn an den Balinger Micha Thiemann mit einer Manndeckung aus dem Spiel. HBW-Coach Ecki Nothdurft reagierte auf die Manndeckung und brachte zeitweise Benedikt Brielmeier für den linken Rückraum und verzichte dafür im Angriff auf Kreisläufer Christoph Foth. Unter der hervorragenden Regie von Felix König erarbeiten sich die Hausherren so zunächst einen 4:1-Vorsprung und zeigten dem TSB gleich zu Beginn der Partie, dass die „Jungen Wilden“ nicht gewillt waren, dem Favoriten die Punkte zu überlassen. Der Tabellenzweite ließ sich davon aber keineswegs beeindrucken und egalisierte den Rückstand. Nach dem Ausgleich verhinderte Paul Bar im Balinger Tor gleich mehrfach mit glänzenden Paraden, dass Horkheim in Führung gehen konnte und Klaus Schuldt nutzte die Chance, um seine Mannschaft wieder mit 7:5 in Führung zu bringen. Auch die folgende Ansprache von Volker Blumenschein nach gut fünfzehn Minuten konnte nichts daran ändern, dass die Eyachstädter ihren Vorsprung behaupteten.
Beide Mannschaften hielten das Spielniveau hoch und kämpften verbissen um jeden Treffer. Immer wieder war es Paul Bar, der mit seinen Paraden für schnelle Angriffe der Schwaben sorgte und so konnten sich die Balinger vor einem begeisterten Publikum beim Stande von 10:6 erneut einen Vier-Tore-Vorsprung erarbeiten. Unrühmlicher Höhepunkt der ersten Hälfte war in der 28. Minute das Foul von TSB-Kreisläufer Stefan Fähnle an HBW-Spielmacher Felix König. Der Junioren-Nationalspieler setzte frei zum Sprungwurf an und wurde von Fähnle von hinten am Wurfarm zu Boden gerissen. Die rote Karte der beiden Unparteiischen beendete seinen Arbeitstag vorzeitig. Klaus Schuldt verwandelte den Strafwurf und mit 14:11 ging es in die Halbzeitpaus.
Nach dem Seitenwechsel stellte TSB-Trainer Blumenschein seine Abwehr um. Micha Thiemann wurde weiterhin aus dem Spiel genommen. Zudem ordnete Blumenschein auch gegen den Balinger Spielmacher Felix König eine Manndeckung an. Die Umstellung brachte die Hausherren nur kurz aus dem Tritt. HBW-Coach Nothdurft hatte schnell die richtige Antwort parat und wechselte mit Christian Wahl seinen zweiten Spielmacher ein. Er machte den Ball schnell und so gab es immer wieder Lücken am Horkheimer Kreis. Trotzdem schaffte es der Favorit bis auf 19:18 zu verkürzen. Als Micha Thiemann nach einem Foul in der Abwehr von den beiden Unparteiischen ebenfalls frühzeitig zum Duschen geschickt wurde, schien das Spiel kurzfristig zu kippen. Beim 22:21 hatten die Gäste per Strafwurf gleich zwei Mal die Chance den Ausgleich zu erzielen, aber Paul Bar fischte beide Würfe von der Linie. Im Gegenzug sorgte Christoph Foth dann wieder für einen Zwei-Tore-Vorsprung des HBW.
Beim Favoriten war jetzt der Frust deutlich sichtbar. Horkheim haderte mit sich selbst und vergaß sich aufs Spiel zu konzentrieren. Ausgerechnet Routinier Matthias Polifka ließ seinem Frust dann auch noch freien Lauf und für seinen Schlag ins Gesicht von Christian Wahl war er mit einer Zweiminuten-Strafe noch gut bedient. Die „Jungen Wilden“ witterten ihre Chance und begannen den Favoriten zeitweise vorzuführen. Beim 26:22 gut zehn Minuten vor dem Ende der hochklassigen Partie wurde der Balinger Sieg immer greifbarer. Die Jungs von Ecki Nothdurft, die in den zurück liegenden Spielen immer wieder an ihrer schlechten Chancenverwertung scheiterten, nutzten gegen Horkheim jetzt jede Gelegenheit. Der Favorit konnte einem zeitweise sogar etwas leidtun, wie er von der jungen Balinger Truppe vorgeführt wurde. Die ließ sich aber von den Blicken der Gäste auf die Spieluhr, ob der Schlusspfiff nicht bald folgt, nur wenig beeindrucken und bot den begeisterten Fans ein regelrechtes Schaulaufen. Unter dem lautstarken Beifall der rund 650 Zuschauer in der Balinger SparkassenArena erzielten Steffen Zank, Benedikt Brielmaier sowie Philipp Keinath, mit einem Kempator, einen komfortablen Vorsprung zum 31:24. Ein völlig mutloser TSB konnte nur noch zusehen, wie sich die „Ecki-Buben“ in einen Torrausch spielten und letztendlich war es Fabian Schlaich mit einem weiteren Kempa, der den Endstand zum klaren 36:27-Erfolg erzielte.
„So stellt man sich ein Spiel als Trainer vor, wenn alles einfach läuft, wie man es sich wünscht“, so HBW-Trainer Eckard Nothdurft der nach dem Sieg sichtbar glücklich und stolz auf seine Mannschaft war. In einem von Taktik geprägten Spiel versuchten beide Trainer immer wieder neue Möglichkeiten aus, und den Gegner zu verunsichern. „Mit zu vielen Fehlern in der Schlussphase und dem Verlust des Glaubens an einen Sieg war ein Erfolg für uns in Balingen einfach nicht möglich“, so Volker Blumenschein. Lediglich Felix Knoll habe sich mit insgesamt zehn Treffern immer wieder mit Eins-Eins-Aktionen gegen die starke Balinger 5/1-Abwehr durchsetzten können und Markus Schumacher habe aus dem Rückraum ebenfalls sieben Tore erzielt. Dies allein sei für einen Erfolg in Balingen aber zu wenig.
Die Balinger Mannschaft:
Paul Bar, Armin Greiner(TW); Felix Euchner, Fabian Schlaich 5, Klaus Schuldt 9/3, Philipp Keinath 4, Steffen Zank 5, Christoph Foth 2, Micha Thiemann, Felix König 4, Felix Zipf, Christian Wahl 3, Benedikt Brielmeier 4.