HBW Balingen-Weilstetten 2 - TSv Friedberg

16.01.2012

Perspektivkader dominiert gegen den Tabellenvierten aus Friedberg

Foto: Armin Keinath

von Reinhard Linder
Der Handball-Drittligist HBW Balingen-Weilstetten 2 hat in die Erfolgsspur zurückgefunden. Am Samstag besiegte er in der SparkassenArena den TSV Friedberg mit 32:19 (19:8).

Das Ergebnis macht deutlich, wie sehr die Mannschaft von Eckard Nothdurft dem ersatzgeschwächten Gegner aus Augsburg überlegen war. Dieser musste auf drei verletzte Leistungsträger verzichten und verlor bereits in der vierten Minute seinen Regisseur und Rückraumschützen Miroslav Ilic, der sich bei seinem Ausgleichstreffer zum 2:2 so weh getan hatte, dass er nicht mehr weitermachen konnte. „Es tut mir leid um die Situation von Friedberg“, sagte HBW-Coach Eckard Nothdurft voller Mitgefühl, „aber darauf konnten wir keine Rücksicht nehmen. Ich bin erleichtert, dass wir dieses Spiel gewonnen haben und nach fünf Niederlagen wieder das wichtige Gefühl eines Sieges kennengelernt haben.“

Überrascht waren die rund 700 Zuschauer in der „Hölle Süd“ über die Mannschaftsaufstellung des HBW. Tauchte doch im Perspektivkader neben Felix König auch noch der 34-jährige Frank Ettwein aus dem Erstligakader auf. Weil er aufgrund einer Verletzung zwei Bundesligapartien aussetzen musste, durfte er in der dritthöchsten Spielklasse eingesetzt werden. Er beschränkte sich weitgehend auf die Defensive und verlieh mit seiner Routine und zupackenden Art der 5:1-Abwehr ein hohes Maß an Stabilität. Reihenweise arbeiteten sich die bayrischen Rückraumschützen an ihm ab, kaum einer hatte mal ein Erfolgserlebnis.

Aber nicht nur die Abwehr der Schwaben stand hervorragend, auch im Angriff lief es von Beginn an wie am Schnürchen. Mit schnellem Kreuzen brachten die Jungs um den hervorragenden Regisseur Christian Wahl die beste Abwehr der Liga in Bewegung und fanden immer wieder die Lücke. Den ersten Treffer markierte Wahl persönlich, das 2:1 erzielte Kreisläufer Christoph Foth im Nachfassen.

Als Ilic nach dem Ausgleich ausschied, trumpften die Hausherren groß auf. Philipp Keinath warf per Kempa-Trick das erste seiner neun Tore, Felix Zipf erhöhte auf 5:2, Kapitän Klaus Schuldt schloss einen Konter zum 6:2 ab, Benedikt Brielmeier und Wahl erhöhten auf 8:2. Erst Andreas Dittiger beendete in der elften Minute die Torflaute seiner Mannschaft, die mit ihren Verzweiflungswürfen ein ums andere Mal an Paul Bar gescheitert war, der in der ersten Halbzeit 13 Bälle festhielt.

Die Friedberger waren derart verunsichert, dass sie nicht einmal eine doppelte Überzahl zu ihrem Vorteil zu nutzen wussten. Vielmehr kassierten sie einen Treffer zum 12:5 durch den trickreichen Keinath. Als die Nothdurft-Truppe wieder vollzählig war, drehte sie den Gashahn noch weiter auf, in der 24. Minute betrug der Vorsprung nach einem Treffer von König bereits elf Tore. Mit diesem Abstand ging es beim 19:8 in die Kabinen.

„Dass die zweite Halbzeit nicht mehr so flutschen wird, war uns klar“, meinte Nothdurft nach dem Spielende. Seine Jungs nahmen sich merklich zurück, während sich die Friedberger um Schadensbegrenzung bemühten. Diese gelang ihnen, zeitweise verkürzten sie den Rückstand auf sieben Tore. Mehr ließ der HBW trotz drei verworfener Siebenmeter aber nicht zu. Was möglich gewesen wäre, deutete er in den letzten fünf Minuten an, als er nur noch einen Gegentreffer zuließ, aber noch siebenmal den Ball im gegnerischen Kasten zum 32:19-Endstand versenkte.

Aufstellung und Torschützen

HBW Balingen-Weilstetten 2: Bar, Beha; Keinath (9/2), Brielmeier (4), Schuldt (4), Schlaich (3), Ettwein (2), Foth (2), Wahl (2), Zipf (2), Euchner (1), Hausmann (1), König (1), Remmlinger (1).

Spielfilm

2:2, 8:2, 16:5, 19:8 – 20:8, 22:13, 25:18, 32:19.

Nächstes Spiel

H2Ku Herrenberg – HBW Balingen-Weilstetten 2 (21. Januar, 20 Uhr, Markweghalle Herrenberg).

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