HBW Balingen-Weilstetten - TSV Friedberg 36:32

28.09.2009

Balinger Perspektivkader sichert sich den ersten Heimsieg

von Melanie Zahner

Nach einem knappen Punktverlust gegen den TSV Neuhausen konnte das Perspektivteam nach überzeugender Leistung die ersten zwei Punkte im heimischen Wohnzimmer einfahren.

Im ersten Angriff brachte der Rückraumspieler Johannes Luderschmid mit dem ersten Treffer den TSV Friedberg in Führung. Doch nach Toren von Zank und Wismar waren die Balinger im Spiel und in der vierten Spielminute brachte Klaus Schuldt den HBW nach einem tollen Außentor in Führung.
Als der HBW fünf weitere Tore für sich verbuchen konnte und den Friedbergern kein Treffer mehr gelang, zückte Gästetrainer Hartmut Mayerhofer die grüne Time-out Karte.
Die einminütige Ansprache des Trainers, der erst seit dieser Saison auf dem auf der Bank das Sagen hat, zeigte allerdings wenig Wirkung. Die Nothdurft-Sieben baute ihren Vorsprung mit weiteren Treffern auf 9:4 aus. Nach dem 12:6 läutete Friedbergs Top-Torschütze Markus Walk, der in Balingen nicht an seinen Torjägerqualitäten der letzten Spiele anknüpfen konnte, mit zwei verwandelten Strafwürfen allerdings die Aufholjagd ein. Das Balinger Perspektivteam verlor im Angriff seine Linie und die Gäste konnten Tor um Tor verkürzen. Als der Vorsprung bis auf drei Treffer geschrumpft war, hatte HBW-Coach Ecki Nothdurft genug gesehen und unterbrach die Partie mit seinem Time-out. Offensichtlich hatte er die richtigen Worte gefunden, denn nach einer Parade von Torhüter Paul Bar, der nach dem Time-out für A-Jugend-Torhüter Samuel Beha zwischen den Pfosten stand, und einem sicher verwandelten Strafwurf von Klaus Schuldt bauten seine Jungs ihre Führung wieder bis auf 17:11 aus. Mit einem sehenswerten Treffer von Steffen Zank ging die Mannschaften bei einer 21:15-Führung für die Hausherren in die Kabine.

In der Schlussphase wurde es nochmals eng

Nach der Halbzeitpause setzte sich der HBW nach Toren von Micha Thiemann, Klaus Schuldt und René Wismar auf 25:18 ab. Als Klaus Schuldt und Philipp Keinath jeweils mit einem Strafwurf am Friedberger Keeper scheiterten, nutze TSV-Neuzugang Manuel Vilcez Moreneo seine Chancen drei Mal in Folge und brachte seine Mannschaft wieder ins Spiel. Beim Stande von 31:28 stand der Balinger Erfolg auf wackligen Füßen, denn Friedberg bekam mehr und mehr Oberwasser. Der einzige beim Balinger Bundesliganachwuchs, der den Überblick behielt, war Torhüter Paul Bar. Seinen sensationellen Paraden hatten es die Nothdurft-Buben zu verdanken, dass Friedberg nicht zum Ausgleich kam. Schließlich machten Matthias Stocker und Kapitän Simon Flockerzie den Sack endgültig und brachten mit ihren Treffer zum 36:32-Endstand den Balinger Erfolg in trockene Tücher.
In der anschließenden Pressekonferenz gratulierte der Gästetrainer Mayerhofer dem HBW Coach zum verdient gewonnen Spiel und zollte dem HBW großen Respekt. „Wir sind besser ins Spiel gekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir allerdings zu viele Chancen vergeben“, bilanzierte ein sichtlich zufriedener HBW-Trainer Eckard Nothdurft und war stolz auf die Leistung und den tollen Einsatz seiner Jungs. Einigkeit herrschte bei beiden Trainern über die tolle Atmosphäre in der Balinger SparkassenArena und die grandiose Unterstützung seitens des Publikums für den Balinger Bundesliganachwuchs.

Aufstellung: Samuel Beha, Paul Bar, Edis Camovic (n. e.), Schuldt (5/2), Flockerzie (4), Keinath (7), Stocker ( 4/2), Zank (5), Thiemann (2), Wismar ( 5), Hotz, Schlaich, Foth, Biselli

Zuschauer: 500

Das schreibt der Gegner - von der Friedberger Homepage

28.09.2009

Löchrige Abwehr verhindert Auswärtspunkte

Die erste Saisonniederlage hat der TSV Friedberg in der Regionalliga hinnehmen müssen. Beim 32:36 (15:21) in Balingen- Weilstetten 2 war vor allem die Abwehrleistung in der ersten Halbzeit nicht ausreichend. Die Handballer konnten in einem hektischen Spiel nicht an die Auftritte in den ersten beiden Partien anknüpfen und verließen das Parkett verdient ohne Punkte.
Bereits bei der Anfahrt waren die Herzogstädter vom Pech verfolgt. Ein Stau auf der Autobahn führte dazu, dass die Friedberger erst eine Dreiviertelstunde vor Spielbeginn in Balingen eintrafen. Fairerweise erklärten sich die Gastgeber dazu bereit, den Anpfiff um zehn Minuten nach hinten zu verlegen, um dem TSV genug Zeit zu geben, sich ordentlich vorzubereiten, dennoch startete Friedberg denkbar schlecht in diese Partie.
3:3 stand es nach wenigen Minuten, doch schon bald wurde deutlich, dass die Friedberger Defensive an diesem Tag nicht das Niveau der letzten beiden Partien erreichen konnte. Schnell geriet der TSV in Rückstand, zu weit standen die Gäste weg von ihren Gegnern, Balingen wurde es in dieser Phase zu leicht gemacht, zu Torerfolgen zu kommen. Das 6:13 gegen Mitte der ersten Halbzeit sprach eine deutliche Sprache.
Friedberg gab sich aber nicht auf und kämpfte sich in den folgenden Minuten zurück in die Partie. Vier Tore in Folge brachten die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer wieder heran, doch dieser Zwischenspurt war nur ein Strohfeuer. Zu hoch war die Fehlerquote im Angriff. Friedberg spielte in der gesamten ersten Halbzeit zu hektisch, die Herzogstädter suchten oft zu schnell den Abschluss und vergaben dadurch viele Bälle. Und wenn das Zusammenspiel im Angriff einmal klappte und ein Mitspieler frei zum Wurf kam, trafen die Handballer bei diesen guten Möglichkeiten zu selten.
„Heute haben wir das Spiel in der ersten Halbzeit hergegeben“, lautete das Fazit von Trainer Mayerhoffer. „Wahrscheinlich war die hektische Anreise mit ein Grund, alles musste sehr schnell gehen, der Zeitdruck war durch diesen Stau auf der Autobahn sehr groß. Doch das soll keine Entschuldigung sein, wir haben trotzdem nicht das gezeigt, was wir können. Die Abwehr war vor allem in den ersten 30 Minuten zu passiv, die Fehler im Angriff einfach zu viele. Heute haben wir leider verdient verloren.“
Das 15:21 zum Seitenwechsel ließ eine schwere zweite Hälfte für den TSV erwarten. Zwar hatten sich die Handballer vom Spielaufbau her gut auf die offensive 3- 2- 1- Deckung der Balinger eingestellt, doch viele Unkonzentriertheiten im Abschluss und ärgerliche Abwehrschwächen brachten die Gäste früh in Rückstand. An dieser Hypothek trugen die Herzogstädter schwer.
Dennoch nahmen die Friedberger im zweiten Durchgang den Kampf auf. Bis auf vier Tore konnten die Gäste schon kurz nach Wiederanpfiff verkürzen, doch das wars dann erst mal. Balingen wurde es durch die Fehlwürfe der Friedberger leicht gemacht, den Abstand konstant zu halten. Das Spiel hätte vielleicht eine andere Wendung nehmen können, wären die Friedberger vor dem Tor konzentrierter gewesen. Die Abwehrleistung jedenfalls besserte sich im zweiten Durchgang.
Friedberg brauchte aber zu lange, um den Rückstand schließlich auf drei Treffer zu verkürzen. Erst in der Schlussphase wurde das Spiel noch einmal richtig dramatisch. Knapp vier Minuten vor dem Ende war der TSV durch eine Energieleistung auf 31:33 heran gekommen. Balingen, die Reserve des Bundesligisten, blieb aber abgezockt genug, um sich diesen Vorsprung nicht mehr aus der Hand nehmen zu lassen.
Friedberg schaffte es nicht, in den verbleibenden Minuten die Wende herbeizuführen. Am Ende mussten die Gäste das 32:36 (15:21) hinnehmen und akzeptieren, dass sie an diesem Abend verdient verloren hatten.
Vor allem die schwache erste Viertelstunde, nach der Friedberg einem hohen Rückstand hinterher laufen musste, war der Knackpunkt. Die gesamte Mannschaft zeigte in Abwehr und Angriff nicht die gute Leistung der ersten beiden Partien der Saison. Das Pech mit dem Stau auf der Anreise darf nicht als alleinige Entschuldigung gelten, auch wenn es die Voraussetzungen für die Gäste gewiss nicht verbessert hat. Mit mehr Konzentration im Angriff und einer besseren Abwehrleistung wäre gegen Balingen- Weilstetten 2 unter Umständen mehr drin gewesen.
Es spielten:
M. Luderschmid; Seiler; Triltsch (3); J. Luderschmid (5); Weiss (5); Walk (3/2); Wagenpfeil (3); Moreno (8); Scheiber (3); Rieber (1); Link (1); Zott; Szulc.

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